Sonntag, 8. Januar 2012

Zu Ehren des Thymians



Auf unsere Gegend hat der Winter bis jetzt vergessen. Nicht dass mich das traurig machen würde. Zu Weihnachten hätte ich sehr gerne Schnee gehabt, das schon. Und in der Silvesternacht hatten wir sogar welchen, der war aber gleich am Morgen wieder weg.

Jetzt bin ich ganz froh, so wie es ist. Mein wunderbar aromatischer Steinpilzthymian wuchert immer noch der Mauer entlang. Sogar der Rosmarin wächst noch und mittags habe ich eine Clematisblüte fotografiert.



Meine Lieblinge, die Feigensträucher habe ich trotzdem ganz fest eingewickelt, damit ich heuer vielleicht doch wieder Früchte ernten kann. In den letzten beiden Wintern hatte ihnen der Frost ziemlich zugesetzt, und als sie endlich so weit waren und Früchte ansetzten, kam schon wieder der Herbst.

Zu Ehren meines unverwüstlichen Thymians gibt es ein Hühnchen in Thymian-Wermut-Sauce mit frischem, selbstgebackenem Ciabatta.

Huhn in Thymian-Wermut-Sauce
für drei Personen

1 kleines Bio-Huhn
Salz
Pfeffer
1 TL Paprikapulver
4 Knoblauchzehen, zerdrückt
einige Zweige frischer Thymian oder 2 EL Thymian getrocknet
1 EL Butter
1 EL Olivenöl
200 ml Wermut
1 Dose Tomaten (480 g)
150 ml Schlagobers



Das Backrohr auf 220 Grad vorheizen. Das Huhn zerlegen. Für das Rezept verwende ich die zwei Hühnerkeulen und die Brust. Karkasse mit Flügerln habe ich anschließend zu Suppe verarbeitet.
Die Hühnerkeulen halbieren, die Hühnerbrust vierteln, das Fleisch salzen und pfeffern. Paprikapulver mit Knoblauch mischen und die Hühnerteile damit einreiben. Butter und Olivenöl erhitzen, Fleisch darin rundherum anbraten. Thymian zugeben und mit Wermut aufgießen. Die Dosentomaten sorgfältig nach Resten von Schalen untersuchen, Stielansätze entfernen, Tomaten kleinschneiden. Zusammen mit dem Tomatensaft aus der Dose zum Fleisch geben. Ohne Deckel im Backrohr braten. Die Hühnerteile ab und zu mit Bratensaft übergießen.

Nach ungefähr 40 Minuten das Schlagobers zugießen und noch etwa zehn Minuten weiterbraten. Abschmecken. Dazu gab es frisches Ciabatta. Das Rezept dazu folgt in Kürze.

Kommentare:

  1. Ich liebe dieses Rezept und muss mich immer zwingen, Huhn auch mal anders zuzubereiten...
    Wenn dann der Thymian noch von der Gartenmauer kommt und irgendwer daran gedacht hat, den Teig für No-Knead-Bread rechtzeitig anzurühren, dann fange ich an, an eine übergeordnete Macht zu glauben, die es gut mit uns meint.

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  2. Hmmm... ich liebe Thymian, sieht das appetitlich aus - werde ich nächste Woche gleich nach kochen.
    Danke für das tolle Rezept!

    Noch einen schönen Sonntag,
    Doris

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  3. Ich bin nicht so der Thymian-Fan, aber bei deinem Thymian-Hähnchen würde ich sofort zugreifen.

    Apropos Feigen, wir hatten letztes Jahr auch keine einzige Feige am Baum. Nicht wegen Frost, sondern weil wir ihm einen Kurzhaarschnitt verpasst haben. Das scheint ihm nicht gepasst zu haben. ;-)

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  4. Mein Garten ist voll von Thymian. Bei mir wachsen ganz viele verschiedene Sorten. Ich weiß schon gar nicht mehr welcher welcher ist. Aber den Steinpilzthymian kenne ich sofort heraus. Der wuchert nämlich bei mir auch ganz üppig die Mauer runter. Das Rezept finde ich sehr interessant, obwohl ich noch nie in meinem Leben Wermut getrunken habe. Ich dachte immer, der ist bitter, weil doch das Kraut auch so bitter schmeckt. Nach Whiskey und Cointreau werde ich aber nächste Woche die Hausbar um eine Flasche Wermut bereichern und das Henderl ausprobieren. Hast Du vielleicht einen Tip, welchen Wermut ich da kaufen könnte? Martini ist ja auch ein Wermut, hab ich gegoogelt, aber den hast du, glaub ich, nicht gemeint?
    Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

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  5. Michael,
    das Ciabatta, das ich dazu gebacken habe, wird dich auch überzeugen, da bin ich mir ziemlich sicher!

    Doris,
    sag mir, ob´s geschmeckt hat :-)

    zorra
    das mit dem Kurzhaarschnitt verstehe ich - wenn der Frost die Pflanze nicht vernichtet, wuchert sie wirklich ziemlich stark!

    frau ziii
    ich kauf immer nur Noilly Prat - der ist gar nicht bitter und eignet sich durchaus auch als Kochschluck ;-)

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  6. Leider findet der Turbohausmann, dass man Huhn, wenn es aussieht wie ein Huhn, nicht essen kann. Daher sabbere ich bei solchen Rezepten immer besonders, weil ich sie nie nachkochen kann.
    Der Steinpilzthymian ist bei mir DIE Entdeckung des Jahres. Der wächst total schön, hängt richtig über den Terrakottatrog runter und ist bei mir immer noch so schön saftig wie auch bei dir.

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  7. Turbohausfrau,
    das ist aber ziemlich schade, dass dein Turbohausmann Hühnchen nicht mag - koch es doch einfach trotzdem nach und fitzle das Huhn in kleine, unkenntliche Stückchen, geht das nicht?

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  8. Der Thymian steht dem Hendl bestens. Mein Thymian hat leider die Winterstarre...

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  9. Ich werde schauen, ob ich ihm die Hühnerbrust so zurecht schneiden kann, dass sie nicht nach Huhn ausschaut ...

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  10. Hoppla, Steinpilzthymian. Habe ich noch nie gehört. Muss ich unbedingt auch ausprobieren.

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