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Sonntag, 16. Februar 2020

BRANDTEIGKRAPFERL UNDERCOVER



Wenn man sich drüber einig ist, dass Eclairs eigentlich nur längliche Brandteigkrapferl sind, dann sind die Ladurée-Vanille-Eclairs eindeutig Brandteigkrapferl undercover. Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Ihre Besonderheit ergibt sich nämlich daraus, dass über den Brandteig vor dem Backen eine ganz dünne Schicht eines anderes Teiges gelegt wird. Der macht das Eclair unwiderstehlich knusprig - dazu eine Fülle aus Crème Pâtissière. Ergebnis: wirklich die besten Brandteigkrapferl ever!

Ladurée-Vanille-Eclairs
(10 Stück, aber beim nächsten Mal etwas kleiner und dann 12 Stück)

Teig fürs Topping:
100 g Butter
125 g Mehl
120 g Staubzucker
2 EL Vanillezucker

Brandteig:
120 g Mehl
100 ml Milch
100 ml Wasser
10 g Zucker
Prise Salz
80 g Butter
4 große Eier

Creme Pâtissière:
1 Vanilleschote
400 ml Milch
4 Eidotter
80 g Zucker
30 g Maizena
25 g Butter
250 ml Schlagobers

Butter in kleine Stücke schneiden, mit Mehl, Zucker und Vanille gut verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und für eine Stunde in den Kühlschrank geben.

Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Milch und Wasser erhitzen, Butter darin schmelzen und alles zum Kochen bringen. Den Topf vom Herd nehmen, das Mehl mit Zucker und Salz auf einmal in die heiße Flüssigkeit schütten. Schnell glattrühren. Es muss ein einheitlicher Knödel entstehen, der sich vom Topfboden löst. Den Teig in eine Schüssel geben. Die Eier einzeln in den Teig rühren. Das nächste Ei immer erst zugeben, wenn das vorige völlig eingerührt ist. Der Teig muss stark glänzen und ziemlich weich sein. Die Masse in einen Spritzsack geben und zehn Zentimeter lange „Würstchen“ auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben. Wirklich viel Abstand lassen, die Würstchen gehen beim Backen ziemlich auf (bei mir sechs Stück auf einem Backblech).

Die Teigkugel aus dem Kühlschrank holen und etwas kneten, damit sie geschmeidig wird. Zwischen zwei Bögen Backpapier ausrollen, bis der Teig nur mehr etwa 2, wenn möglich nur 1 Millimeter dick ist (das deswegen, weil die Eclairs umso besser aufgehen, je weniger Gewicht auf ihnen lastet). In etwa 4 x 12 cm große Stücke schneiden - jedenfalls so groß, dass jedes Teil ein Eclair komplett bedeckt und an den Längsseiten runterhängt. Auf jedes Eclair jeweils ein Teigstück legen und etwa zehn Minuten backen. Danach das Backrohr mit einem Holzlöffel ganz wenig aufspreizen und etwa 20 Minuten weiter backen bis die Eclairs goldbraun und schön aufgegangen sind. Herausnehmen und ganz abkühlen lassen.


Eigelb und Zucker verrühren, dann Maizena zufügen und so lange mixen, bis die Masse helbgellb und eingedickt ist. Vanilleschote der Länge nach aufschneiden und mit Milch aufkochen. Vom Herd nehmen und eine Viertelstunde ziehen lassen, damit die Milch maximal nach Vanille schmeckt. Die Ei-Zucker-Mischung langsam unter ständigem Rühren zufügen. Wieder auf den Herd stellen und unter Rühren zum Kochen bringen bis die Masse puddingartig ist. Die Mischung wieder vom Herd nehmen und etwa zehn Minuten überkühlen lassen, dann die Butter einrühren. Zugedeckt zur Seite stellen, bis die Eclairs abgekühlt sind.

Einen Spritzsack (feine Tülle) mit der Creme füllen. In die Eclairs an drei Stellen einfüllen. Die Eclairs mit Staubzucker bestreuen und servieren.

Da die ungefüllten Eclairs problemlos einige Tage haltbar sind und außerdem ebenso lange knusprig bleiben, sollte man am besten nur so viele Eclairs füllen, wie man gleich essen möchte. Auch die übrige Creme ist im Kühlschrank einige Tage haltbar.




Donnerstag, 7. November 2019

VON ERDÄPFELN, ÄPFELN UND WESPEN ...




Die letzten Äpfel und die ersten Erdäpfel lagen nach einem Besuch im Mühlviertler Haus auf der Anrichte in meiner Küche. Die Äpfel von unseren Bäumen, die Erdäpfel vom Nachbarn, mit dem wir ein feines Abkommen geschlossen haben: Er lagert seine Erdäpfel in unserem Erdkeller, dafür dürfen wir uns davon nehmen, soviel wir wollen.
Bei ihrem Anblick fiel mir ein, dass ich vor vielen Jahren (wie viele es sind, will ich lieber gar nicht nachzählen) bei meiner Oma eine Mehlspeise mit Erdäpfeln und Äpfeln bekommen hatte: Wespennester nannte sie die Dinger.
Zur Recherche zog ich ausnahmsweise mal nicht das Internet sondern ein altes Kochbuch zu Rate und wurde gleich fündig. So kam es am Wochenende zu einer Liaison von Äpfeln und Erdäpfeln, bei der zusätzlich Rosinen und Zimt mitgemischt haben.

Wespennester

Teig:
500 g mehlige Erdäpfel, gekocht und geschält gewogen 
170 g griffiges Weizenmehl
1 EL weiche Butter
1 Ei
Salz

Füllung:
600 g Äpfel, geschält und entkernt gewogen
zerlassene Butter
50 g Rosinen
etwas Zimt
80 g brauner Zucker

250 ml Milch mit 2 EL Vanillezucker verquirlt

Staubzucker


Erdäpfel weich kochen, schälen und durch die Erdäpfelpresse drücken. Mit Mehl, Butter, Ei und Salz zu einem geschmeidigen, weichen Teig verkneten. Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in Scheibchen schneiden.
Das Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche rechteckig etwa fünf Millimeter dick ausrollen. Mit zerlassener Butter bestreichen. Äpfel, Rosinen, Zimt und Zucker darauf verteilen, dabei in Einrollrichtung am Ende etwa fünf Zentimeter frei lassen. Vorsichtig (der Teig ist sehr weich!) wie einen Strudel einrollen. Die Rolle in vier Zentimeter breite Stücke schneiden.


Eine rechteckige Bratenrein mit Butter ausstreichen und die Stücke aufgestellt in die Rein schichten. Alles noch mal mit zerlassener Butter bestreichen und im Backrohr etwa 50 Minuten backen. Achtgeben, dass die Oberfläche nicht zu dunkel wird: Falls nötig, mit Alufolie zudecken. Jetzt die gezuckerte Milch über die Wesennester leeren und noch mal (jetzt ohne Folie!) etwa 15 Minuten fertig backen.
Warm oder kalt, aber auf jeden Fall mit Staubzucker bestreut servieren. 
Gut schmecken sie, die Wespennester. Nicht zu süß, aber wem Zucker fehlt, der streut einfach ein bisserl mehr Staubzucker drüber. 



Mittwoch, 16. Januar 2019

ST. LOUIS GOOEY BUTTER CAKE

Meine Rezeptzettelsammlung. Das war ein unordentlicher Haufen in einer Schublade im Vorzimmerkasten. Bis wir vor eineinhalb Jahren übersiedelten. Da machte ich mir die Mühe, alle Zettel in Klarsichtfolien zu stecken oder kleinere Exemplare ordentlich mit Tixo auf A4-Blätter zu kleben. Danach wanderte alles in einen großen weißen Ordner. Und der in den neuen Wohnzimmerkasten. Dort wurde er natürlich vergessen.

In den Weihnachtsfeiertagen erinnerte ich mich wieder daran und verbrachte einen entspannten, gemütlichen Nachmittag mit dem Lesen von Rezepten. Als erstes stach mir wieder der St. Louis Gooey Butter Cake ins Auge. Ich hatte ihn auf den Internet-Rezeptseiten der New York Times entdeckt, ausgedruckt und abgelegt. Der begeisterte Artikel und die euphorischen Postings hatten mich neugierig gemacht, das nervige Umrechnen von cups, ounces und tablespoons hatte ein Nachbacken damals jedoch erfolgreich verhindert.  
 
Diesmal aber nicht, und so stand am Sonntag nachmittag ein St. Louis Gooey Butter Cake in einem österreichischen Wohnzimmer. Er schmeckte … wie soll ich sagen… eigentlich ganz gut (der Mitkoch meint sogar sehr gut) … ziemlich süß … zart nach Vanille. Irgendwie hatte ich mir aufgrund der Begeisterung mehr erwartet. Also, er ist echt in Ordnung, wird aber sicher nicht mein Lieblingskuchen. Vielleicht liegt´s daran, dass ich einfach ein bisserl haglich bin. Oder daran, dass es hier in Österreich wirklich schon sehr viele gute Mehlspeisenrezepte gibt …
 
 
St. Louis Gooey Butter Cake

Teig:
50 ml Milch, lauwarm
35 ml Wasser, lauwarm
1 3/4 TL Trockengerm
60 g Butter, zimmerwarm
3 EL Zucker
1 TL Salz
1 Ei
200 g Weizenmehl, glatt

Topping:
3 EL Maissirup (K: Honig)
2 1/2 TL Vanilleextrakt (K: Mark einer halben Tahiti-Vanilleschote)
175 g Butter, zimmerwarm
340 g Zucker (K: 250)
1/2 TL Salz
1 Ei
140 g Mehl

Milch und Wasser in einem kleinen Schüsserl mischen. Den Trockengerm darin auflösen, das Dampfl zudecken und gehen lassen. Butter, Zucker und Salz schaumig rühren. Das Ei unterrühren, anschließend das Dampfl und das Mehl. Wenn möglich, alles von der Küchenmaschine machen lassen, denn der Teig sollte etwa zehn Minuten gerührt werden. 
 
Den weichen Teig in eine gebutterte Form (Größe etwa 23 x 35 Zentimeter) bugsieren: Ich hab dazu vom Teig kleine Stückchen gezupft und in die Form gedrückt. Zugedeckt mindestens zwei Stunden gehen lassen. Das Backrohr auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.  
 

Für das Topping in einem kleinen Schüsserl Honig mit zwei Esslöffeln Wasser und dem Vanillemark mischen. Butter mit Zucker und Salz einige Minuten schaumig rühren. Das Ei zufügen. Danach abwechselnd Mehl und die Honigmischung unterrühren. Das Topping in großen Klecksen auf den aufgegangenen Teig geben und glatt streichen. Für 30 bis 40 Minuten backen. Etwas auskühlen lassen, dann mit Staubzucker bestreuen und in kleine Stücke schneiden.
 
Was zur Ehrenrettung des St. Louis Gooey Butter Cake gesagt werden sollte: Er ist auch nach einigen Tagen noch sehr gut, weil das saftige Topping der trockener werdenden Masse gegensteuert.


Dienstag, 13. Februar 2018

14


Zum folgenden Rezept lässt sich nicht viel sagen. Außer dass es mein vierzehntes Apfelkuchenrezept ist, und ich - wenn ich so weitermache - bald ein Apfelkuchenkochbuch herausgeben könnte.

Aber im Ernst: Obstkuchenmäßig ist halt der Apfel mein absoluter Liebling. Er sollte immer relativ säuerlich sein, ich mag die Sorten Boskoop, Braeburn, Berlepsch, weißer Klar und Topaz sehr gerne. Am liebsten kombiniere ich ihn mit Nüssen. Dessenungeachtet sind Apfelschlangerl nach wie vor mein allerliebstes Apfelkuchenrezept. Das jüngste Rezept reiht sich aber ganz vorne in die Lieblingskuchenliste ein. 

Knuspriger Apfelkuchen

Teig:
200 g Weizenmehl, Typ 480
100 g geriebene Walnüsse
150 g kalte Butter
100 g Backzucker
1 Ei
1 große Prise Salz

Belag:
4 mittelgroße Äpfel
3 EL Aroniamarmelade (oder Ribisel-, oder Preiselbeermarmelade)
etwas Zitronensaft

Guss:
100 g Zucker
125 ml Schlagobers
3 Eier, verqirlt (davon 1 - 2 EL abzweigen)
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone

3 EL Staubzucker
1/2 TL Zimt

Tarteform, Durchmesser 26 cm



Für den Teig Mehl, Nüsse, Butter, Zucker, Ei und Salz zu einem glatten Teig verkneten und für eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Das Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen und in die Tarteform legen. Einen Rand formen, überstehenden Teig wegschneiden. Den Teig mehrmals mit einer Gabel einstechen und zehn Minuten blind backen. Aus dem Backrohr nehmen. Mit etwas verquirltem Ei bestreichen und nochmals für drei Minuten ins Backrohr geben. Dann zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen. Das Backrohr auf 190 Grad zurückschalten.

Für den Überguss Zucker, Schlagobers, verquirlte Eier und Zitronenschale gut verrühren.
Die Äpfel vierteln (nicht schälen!), das Kerngehäuse entfernen. Die Apfelstücke in etwa drei Millimeter dicke Scheiben schneiden. Den Teig in der Tarteform mit Aroniamarmelade bestreichen.

Die Apfelstücke in Kreisform drauflegen, mit Zitronensaft bepinseln. Den Überguss gleichmäßig über die Äpfel verteilen. Etwa 40 Minuten backen. Kuchen aus der Form heben und mit einer Mischung aus Staubzucker und Zimt besieben.

Die weiteren Apfelkuchenrezepte bei der Schabe:
Apfelschlangerl
Gedeckter Apfelkuchen
Apfelkuchen mit Schneehaube
Toskanischer Apfelkuchen
Tarte Tatin
Apfelkuchen mit Deckel
Apfel-Grieß-Kuchen mit Kardamom
Apfeltartelettes mit Rosmarin und Creme Anglaise 
Apfel-Nuss-Dreieckerl
Apfelkuchen karamellisiert mit Walnüssen
Apfelkuchen mit Salzbutterkaramell
Apfel-Nuss-Kuchen mit Quittengelee-Glasur
Apfeltorte


Dienstag, 7. November 2017

DIE 13

Und da ist nun die Nummer 13 meiner Apfelkuchenrezepte. Kein "reinsortiger" Apfelkuchen, sondern ein Mischmasch aus Äpfeln die ich im Mühlviertler Garten zusammengeklaubt und gepflückt habe.

Das Mühlviertler Haus ist in den letzten Monaten etwas zu kurz gekommen. Was einerseits natürlich mit unserer Übersiedlung zusammenhängt. Und andererseits haben wir dort vor unserem Haus eine Riesenbaustelle. Der Nachbar baut um. Baumaschinen und Schmutz rundherum. Lärm sowieso. Aber das wird schon wieder. Bei einem kurzen Kontrollbesuch habe ich einen Korb voller Äpfel mit nach Hause genommen.

Und weil der Mitkoch Geburtstag hatte, habe ich mich sehr bemüht und einen besonders hübschen Kuchen gebastelt - sehr fein geschmeckt hat er außerdem, sagt der Mitkoch.

Apfel-Nuss-Kuchen mit Quittengelee-Glasur

Teig:
200 g Weizenmehl, Typ 480
50 g Zucker
75 g kalte Butter
1 Eigelb
Prise Salz
eventuell etwas kaltes Wasser

Fülle:
ca. 750 g säuerliche Äpfel, vorzugsweise mit roter Schale
2 EL Zitronensaft
50 g weiche Butter
50 g Zucker
1 TL Zimtpulver
1 Ei
100 g gemahlene Walnüsse
4 EL Quittengelee
1 g Agar-Agar

Aus Mehl, Zucker, Butter, Eigelb und Salz einen glatten Mürbeteig kneten, bei Bedarf etwas kaltes Wasser untermischen. Den Teig in Folie wickeln und mindestens eine halbe Stunde kühl rasten lassen.

Die Äpfel waschen, vierteln (nicht schälen!), entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Einen Liter Wasser aufkochen, vom Herd nehmen, die Äpfel zusammen mit Zitronensaft hineingeben und einige Minuten ziehen lassen, bis die Scheiben weich und biegsam sind. Aus dem Wasser heben und auf Küchenpapier etwas trocknen.

Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Zimt, Ei und gemahlene Nüsse unterrühren.
Das Backrohr auf 190 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Eine Tarteform bebuttern und bemehlen. Den Mürbteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwas größer als den Durchmesser der Form ausrollen, in die Form bugsieren und einen Rand formen. Die Nusscreme draufstreichen. Die Apfelscheiben von außen nach innen „rosenförmig“ auf der Nusscreme anordnen. Im Ofen etwa 35 Minuten backen.
In der Zwischenzeit das Gelee in einer kleinen Pfanne erwärmen. Agar-Agar einrühren, drei Minuten leicht köcheln lassen, dann vom Herd nehmen. Den noch warmen Kuchen damit bestreichen und auskühlen lassen.
Der Kuchen schmeckt durch die Kombination Apfel und Nuss sehr aromatisch und fein. Einen zusätzlichen Kick bekommt er durch den zarten Quittengeschmack des Gelees - der Mitkoch war sehr zufrieden mit seinem Geburtstagskuchen.



Dienstag, 10. Oktober 2017

PLÖTZLICH HERBST

Gerade noch unter der sommerlichen Hitze gestöhnt - und zack ist es morgens nebelig, beim Spazierengehen riecht es nach welkem Laub und wenn ich nicht ruckizucki die Äpfel, Birnen und Zwetschken von unseren Mühlviertler Bäumen hole, verfaulen sie mir. Apfelkuchenrezepte hab ich ja gottseidank genug, die Zwetschken hab ich zu karamelligem Zwetschkenröster eingekocht, und mit den Birnen hab ich diesmal unter anderem kleine Tarteletts mit Kardamom, Nüssen und Ribiselmarmelade gebacken. Sehr fein! Die Birnen hab ich vor dem Backen in einem Sud aus Weißwein und Gewürzen sanft gegart. Ribiselmarmelade gibt dem Ganzen eine zarte Säure.

Birnen-Törtchen mit Kardamom, Nüssen und Ribisel

Sud:
300 ml Weißwein (grüner Veltliner)
3 Kardamomkapseln
3 Nelken
Saft und Schale einer unbehandelten Zitrone
1 Sternanis
1 Zimtstange
80 g brauner Zucker
2 mittelgroße Birnen

Teig:
75 g glattes Mehl, Typ 480
75 g geriebene Walnüsse
1 Prise gemahlener Kardamom
50 g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Ei
100 g kalte Butter
1 Prise Salz

Fülle:
2 Eier, getrennt
60 g Zucker
30 g glattes Mehl, Typ 480
40 g geriebene Walnüsse

etwas Ribiselmarmelade
4 Tartelettförmchen (K: Durchmesser 10 cm, mit herausnehmbarem Boden - sehr praktisch)

Weißwein mit den Gewürzen, der Zitrone und dem Zucker aufkochen und etwa zehn Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Birnen schälen, halbieren und das Kerngehäuse herausschneiden. Die Temperatur reduzieren und die Birnenhälften im Sud pochieren bis sie weich sind, aber noch nicht zerfallen. Im Sud auskühlen lassen.

Das Mehl mit den Nüssen, Kardamom, Zucker, Vanillezucker, Ei Butter und Salz zu einem glatten Teig verkneten und im Kühlschrank eine Stunde rasten lassen. Das Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Für die Füllung die Eidotter mit der Hälfte des Zuckers schaumig schlagen. Eiweiß mit dem restlichen Zucker zu einem festen Schnee schlagen. Mehl mit den Nüssen mischen, zusammen mit dem Eischnee unter die Dottermasse heben. Die abgekühlten Birnen aus dem Sud fischen und gut abtrocknen.

Den Mürbteig dünn ausrollen und vier Kreise (passend zur Größe der Förmchen plus etwas mehr für den Rand) ausstechen. Jeweils einen Teigkreis in ein Förmchen legen und einen Rand formen. Etwa zehn Minuten blind backen. Aus dem Backrohr holen, kurz überkühlen lassen und den Boden dann mit Ribiselmarmelade bestreichen. Backrohrtemperatur auf 180 Grad reduzieren. Die Mandel-Eischnee-Mischung in die Förmchen füllen und jeweils eine Birnenhälfte in die Mitte der Füllung (mit dem Baucherl nach unten) legen. 25 bis 30 Minuten backen, dann herausnehmen und abkühlen lassen - man kann das erste Törtchen aber durchaus noch warm verputzen!



Freitag, 18. August 2017

DAS DUTZEND IST VOLL


Wenn ich morgens in einer Zeitung lese, dass hiermit das Rezept der besten Apfeltorte der Welt veröffentlicht wird, dann muss ich dieses Rezept abends einfach nachkochen.
Vor allem auch deshalb, weil ich der Meinung bin, selbst die besten Apfelkuchenrezepte zu haben. Und zwar inzwischen elf Rezepte, dieses macht also das Dutzend voll. Zu Anfang hunzte es ein bisschen. Ich habe mich weitgehend ans Rezept gehalten, obwohl ich stark in Versuchung war, auf meinen bewährten Mürbteig umzusteigen. Dieser neue Teig war ziemlich weich und durch das Backpulver plusterte er sich etwas auf (Ich habe mich im Gegensatz zum Originalrezept fürs Blindbacken entschieden, da er damit eine gewisse Festigkeit bekommt, die ihm bei dieser Füllung sicher gut tut).

Zum Schluss war alles gut, und um halb zehn Uhr abends konnten wir den abgekühlten Kuchen probieren. Der beste der Welt ist - wie erwartet - etwas übertrieben, aber er kommt in meiner Apfelkuchenliste auf einen vorderen Platz (meine Favoriten sind immer noch Apfelschlangerl, karamellisierter Apfelkuchen mit Walnüssen und Apfelkuchen mit Salzbutterkaramell, der Link auf die Rezepte befindet sich ganz unten in diesem Beitrag). Der Teig ist fein knusprig, Vanille, Äpfel und zarter Karamellgeschmack harmonieren ganz ausgezeichnet.


Damit verabschiede ich mich für zwei Wochen - wir reisen morgen in die USA!
Und zwar zuerst mal in die Südstaaten. Falls nun jemand anmerken möchte, dass August nicht unbedingt die beste Reisezeit für die Südstaaten sei, so gebe ich ihm einerseits recht. Andererseits ist dort am 21. August eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten. Und mein Mitkoch und Hobbyastronom will sie sich an der Atlantikküste ansehen. Ich habe mir zusätzlich einen Aufenthalt in New York herausgehandelt und so sind wir beide sehr zufrieden. Wir landen in Savannah, fahren dann nach Charleston und nach der Sonnenfinsternis die Ostküste rauf bis New York. Wenn wir zurück sind wird´s eine Menge Fotos zu sehen geben, und hoffentlich auch einen Bericht über kulinarisch Interessantes.

Apfeltorte
nach einem Rezept von Stefanie Greiner, etwas modifiziert

Teig:
200 g Mehl, davon 150 g Weizenmehl, glatt, Typ 480 und 50 g Weizenmehl griffig
175 g Zucker
175 g Butter
1 Ei
1 TL Backpulver
1 Pkg. Vanillezucker
1 Prise Salz
1 verquirltes Ei

Fülle:
5 säuerliche Äpfel
500 ml Apfelsaft plus zehn Esslöffel Apfelsaft
Saft einer Zitrone
175 g Zucker
2 Packungen Vanillepuddingpulver

250 ml Schlagobers (im Original 500 ml)
200 g Topfen (im Original 250 g)
1 EL Zucker
Zimt und Zucker zum Bestreuen

Aus den Teigzutaten einen Mürbteig kneten und für eine Stunde im Kühlschrank parken. Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Boden einer Springform (Durchmesser 26 Zentimeter) mit Backpapier auslegen. Den Teig ausrollen und in die Springform bugsieren, einen etwa vier Zentimeter hohen Rand formen. Mit einer Gabel anstechen und etwa zehn Minuten blind backen. Dann aus dem Backrohr nehmen, die Blindbackbohnen entfernen, den Teig mit verquirltem Ei bestreichen und für weitere drei Minuten backen. Herausheben und beiseite stellen, bis die Füllung fertig ist.

Für die Füllung die Äpfel schälen und raffeln, mit Zitronensaft beträufeln. Jetzt habe ich eine Änderung am Originalrezept vorgenommen. Ich habe den Zucker zuerst karamellisiert und dann mit Apfelsaft abgelöscht. Ich denke mir, dass der zarte Karamellgeschmack den Äpfeln sicher gut tut.

Das Puddingpulver mit zehn Esslöffeln Apfelsaft glatt rühren.  Den Apfelsaftkaramell aufkochen, vom Herd nehmen, das Puddingpulver untermischen. Wieder auf den Herd stellen und erneut aufkochen, damit die Mischung eindickt. Den restlichen Zitronensaft und die geraffelten Äpfel gründlich unterheben. Abkühlen lassen. Dann auf den Mürbteig streichen und im vorgeheizten Backrohr etwa 45 Minuten backen. Abkühlen lassen. Das Schlagobers mit Zucker steif schlagen und den Topfen unterheben. Auf den erkalteten Kuchen streichen und mit Zimtzucker bestreuen.


Die anderen Apfelkuchenrezepte bei der Schabe:
Apfelschlangerl
Gedeckter Apfelkuchen
Apfelkuchen mit Schneehaube
Toskanischer Apfelkuchen
Tarte Tatin
Apfelkuchen mit Deckel
Apfel-Grieß-Kuchen mit Kardamom
Apfeltartelettes mit Rosmarin und Creme Anglaise 
Apfel-Nuss-Dreieckerl
Apfelkuchen karamellisiert mit Walnüssen
Apfelkuchen mit Salzbutterkaramell

 

Sonntag, 23. April 2017

ZITRUS PUR


Das (hoffentlich) letzte Aufbäumen des Winters. Zum Einkauf am freitäglichen Markt war ich frierend im Wintermantel und mit Wollschal unterwegs. Der Wind pfiff und machte es noch unwirtlicher und kälter. Ich hatte wenig Lust, Rhabarber oder Spargel einzukaufen, die es inzwischen auch schon gibt.

Stattdessen griff ich zu Zitrusfrüchten für einen Kuchen. Ich hab da nämlich ein Kuchenrezept, das ich in den letzten Wochen schon zweimal probiert habe. Das Schöne daran ist, dass der Kuchen jedes Mal anders schmeckt, weil man sowohl Zitronen als auch Orangen oder Mandarinen verwenden kann - oder eine Kombination von allen. Außerdem werden die Früchte (nach dem Kochen und dem Entfernen der Kerne) sozusagen mit Butz und Stingl püriert. Das gibt einen sensationellen Zitrusgeschmack - man sollte aber darauf achten, dass man Bio-Früchte nimmt!

Unser Mühlviertler Garten zu Beginn des Winterwetters ...
Der Kuchen hat außerdem den Vorteil, dass er watscheneinfach zu backen ist und ohne großen Aufwand hergestellt werden kann - nur am Vortag muss man die gewünschten Zitrusfrüchte weich kochen und dann bis zum nächsten Tag im Sud erkalten lassen.

Orangen-Mandel-Kuchen

2 große Orangen oder: 2 kleine (Blut-)Orangen und eine Zitrone, oder 3 Mandarinen und eine Meyer-Lemon oder wie man will, auf jeden Fall unbedingt Bio-Qualität bei den Früchten, weil auch die Schale verwendet wird!
6 große Eier
250 g Staubzucker
250 g gemahlene Mandeln (oder Haselnüsse oder Walnüsse)
2 TL Backpulver

Falls eine Glasur gewünscht wird:
90 g Staubzucker mit 2 - 3 EL Zitronen-, Orangen- oder Mandarinensaft glattrühren



Am Vortag die Zitrusfrüchte in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Zum Kochen bringen und bei geschlossenem Deckel etwa zwei Stunden leise köcheln lassen. Bei Bedarf etwas Wasser nachfüllen. Die Früchte im Wasser völlig erkalten lassen. Dann herausnehmen, halbieren und Kerne entfernen. Die Früchte mit dem Mixstab fein pürieren. Den Ofen auf 175°C vorheizen.
In einer Schüssel die Eier und den Zucker schaumig rühren. Dann das Fruchtpüree, Mandeln und Backpulver zufügen und rühren, bis eine homogene Masse entstanden ist.

Eine 26-cm-Springform am Rand mit Backpapier auskleiden, Boden gut einbuttern oder ebenfalls mit Backpapier auslegen. Den Teig in die Form gießen und glattstreichen. 60 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Am besten hat uns bis jetzt meine Variante mit Mandarinen und Meyer-Zitrone geschmeckt, der Kuchen hat eine ganz zarte Bitternote, eine feine Säure und ist herrlich saftig (und schmeckt am nächsten Tag noch besser). Und wem das noch immer zu wenig zitronig ist (mir zum Beispiel): Eine Zitronen-, Orangen- oder Mandarinenglasur ist ruckizucki über den frischgebackenen Kuchen gepinselt ...

Einige kandierte Orangenschalen, kleingehackt auf die noch flüssige Glasur gestreut sind auch kein Fehler ;-) ...

Dienstag, 14. Februar 2017

GESTRESSTE PFLANZEN UND EIN SUPERZITRONIGER KUCHEN

Im Februar fangen einige unserer Zitrusfrüchte an, unter den Bedingungen in ihrem Winterquartier etwas zu leiden. Sie kümmern. Sie verlieren Blätter, einige halbreife Früchte fallen ab. Am meisten leidet heuer Buddhas Hand, aber auch Fingerlimette und Yuzu sind unzufrieden. Ich versteh sie ja. Auch ich hab genug vom Winter. Ich will endlich wieder raus in den Garten! Dasselbe werden sich unsere Zitruspflanzen wünschen. Sie haben Stress. Es ist eben nicht ganz ideal, aber bis jetzt haben wir sie noch durch jeden Winter gebracht.

Die einzige erfreuliche Ausnahme ist unsere Meyer-Zitrone. Grüne gesunde Blätter, das Bäumchen voll mit reifen, saftigen Früchten – die Pflanze stresst eher mich: Was fange ich mit so vielen, gleichzeitig reifen Früchten an? Nicht, dass es an Rezepten mangeln würde, aber es will schon reiflich überlegt werden, was ich mit meinem Schatz anstelle.

Für den Anfang gibts einen Zitronenkuchen mit dreimal Zitrone: Zitronenschale und -saft im Teig, Zitronensirup über dem frisch gebackenen, noch warmen Kuchen und zu allem Überfluss noch Zitronenglasur als Abschluss. Deswegen auch ein bisschen weniger Zucker im Teig, so schmeckte der Kuchen ausgewogen süß-zitronig. Supersaftig, superzitronig (und am nächsten Tag fast noch besser)!


Meyer-Zitronen-Kuchen

200 g Weizenmehl glatt, Typ 480
1 TL Backpulver
1/4 TL Salz
125 g Butter
120 g Zucker
abgeriebene Schale von 3 Meyer-Zitronen
120 g Joghurt (K: griechisches, 10 %)
3 Eier
2 EL Meyer-Zitronensaft
1/4 Tahiti-Vanille (augekratzes Mark)

Sirup:
90 ml Meyer-Zitronensaft
75 g Zucker

Glasur:
60 g Staubzucker
2 - 3 TL Meyer-Zitronensaft

Rezept (ziemlich frei) nach: norecipes.com

Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine rechteckige Backform (meine ist ungefähr  25 x 15 cm groß und etwa 7 cm hoch) bebuttern und bemehlen. Mehl mit Salz und Backpulver mischen. Eier mit Joghurt, Zitronensaft und Vanille gut verrühren.

Butter, Zucker und Zitronenschale in einer Schüssel etwa fünf Minuten lang cremig mixen. Dann nach und nach abwechselnd (auf zwei bis drei Mal) die Mehlmischung und die Eiermischung unterrühren. Diese Mischung in die bebutterte Form geben und etwa 50 Minuten backen.

In der Zwischenzeit den Sirup herstellen: Dafür den Zitronensaft mit dem Zucker in einem kleinen Topf erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Abkühlen lassen. Den fertigen Kuchen noch in der Form geduldig mit der Hälfte des Sirups bepinseln. Dann vorsichtig auf einen Teller kippen und auch die Unterseite bepinseln. Dabei langsam vorgehen, damit der Sirup bei jedem Durchgang gut in den Kuchen einziehen kann. Den Kuchen abkühlen lassen.

Währenddessen die Glasur aus Staubzucker und Zitronensaft klümpchenfrei zusammenrühren. Sie sollte in der Konsistenz gerade so dünn sein, dass sie verrinnt (eventuell mit mehr Zitronensaft oder Staubzucker regulieren). Den Kuchen oben und seitlich damit bepinseln. Sobald die Glasur fest geworden ist, kann der Kuchen (endlich) serviert werden.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

DER DUFT DES HERBSTES

Jetzt ist wirklich Herbst. Vor zwei Wochen haben wir noch draußen auf der Terrasse gefrühstückt (in diesem Jahr erstaunlicherweise total ohne Wespen) jetzt gibt’s am Markt schon die ersten Quitten. Ich hab einer Bäuerin gleich ihr einziges Steigerl leergekauft. Und das deshalb, weil ich ihre Quitten nicht gesehen, sondern im Vorübergehen gerochen habe. Und da kann ich nicht widerstehen! Bei den großen Gemüsehändlern findet man zwar riesengroße, makellose und glattpolierte Quitten, aber die duften so gut wie gar nicht.
Nun stand ich da mit einem Steigerl Quitten. Ich hab immer noch Quittengelee vom Vorjahr in der Speis, aber ein Kuchen geht immer. Und die, die übrig bleiben, lege ich in eine Schüssel im Vorzimmer und freu mich jeden Tag beim Heimkommen über den Duft in der Wohnung.

Der Kuchen wurde ein Mürbteigkuchen mit karamellisierten Quitten und salzigen, gerösteten Cashewkernen - das passt wunderbar zusammen. Und da ich den Kuchen am Sonntag gebacken hatte, wanderte der Rest am Montag ins Büro und wurde dort bis auf den letzten Krümel verputzt.


Quittenkuchen mit salzigen Cashewkernen

Mürbteig:
300 g Mehl (davon 50 g glattes Mehl, Typ 480, 250 g griffiges Mehl, Typ 480)
140 g Butter
70 g Zucker
3 Eidotter
5 EL Sauerrahm
Salz
etwas Zimt

100 g Zucker
1 Biozitrone
1 kg Quitten (besser 1 1/2, es sind immer wieder welche dabei, die innen braun sind)

Streusel:
125 g geröstete, gesalzene Cashewkerne, grob gehackt
200 g Mehl, Typ 480, griffig
100 g brauner Zucker
125 g weiche Butter
1 TL Zimt, gemahlen

Meersalz
50 ml Kokosblütensirup (Ahornsirup oder Honig geht genauso)
Zitronensaft


Einen großen Topf mit Wasser und Zucker zum Kochen bringen. Die Zitrone halbieren, auspressen. Saft und die Zitronenhälften ins Wasser geben. Die Quitten schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Ins kochende Wasser geben, einmal aufkochen. Dann bei niedriger Hitze (damit die Quittenstücke nicht zerfallen) weich kochen. Das dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Aus dem Sud heben und in einem Sieb etwas auskühlen lassen (der Sud kann gekühlt und eventuell noch etwas verdünnt durchaus als erfrischender Saft getrunken werden).

Aus Mehl, Butter, Zucker, Eidotter, Sauerrahm, Zimt und Salz einen Mürbteig kneten. Ausrollen, in eine flache, bebutterte Tarteform (Durchmesser 26 Zentimeter) legen und eine halbe Stunde im Kühlschrank zugedeckt rasten lassen. Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen und im vorgeheizten Backrohr etwa 20 Minuten blind backen. Herausheben und die Backrohrtemperatur auf 180 Grad reduzieren.


In der Zwischenzeit die grob gehackten Cashewkerne, das Mehl, den braunen Zucker, die weiche Butter und den Zimt zu Streuseln verarbeiten. Den Kokosblütensirup etwas erwärmen (er lässt sich dann leichter verarbeiten). Die Hälfte der Streusel auf dem vorgebackenen Teig verteilen. Darauf die Quittenstücke platzieren. Mit Kokosblütensirup bepinseln, mit Zitronensaft beträufeln und mit etwas Meersalz bestreuen. Die restlichen Streusel auf und rund um die Quittenstücke verteilen und den Kuchen erneut ins Backrohr schieben. Etwa 30 Minuten fertig backen. Den Kuchen lauwarm oder kalt servieren.

Samstag, 8. Oktober 2016

VARIATION IN ROT

Ein Rezept muss ich noch nachreichen: Auf der Rückreise von unserem Grado-Kurzurlaub hatte ich ja, wie bei mir üblich, wieder mal kräftig eingekauft. Nicht nur die Sardinen für das einfache Sardinen-Fenchel-Gericht sondern auch ganz kleine, zarte Rotbarben, auf italienisch Triglia di fango. Und ich hatte das Glück, Cipolle borettane zu erwischen. Das sind jene flachen, rundlichen Zwiebelchen, die - in Essig eingelegt - sehr oft italienische Vorspeisen begleiten.

Zuhause betrachtete ich meine Schätze, überlegte ganz kurz und entschied mich dann für eine Deluxe-Version von Sarde in Saor, in diesem Fall also Triglia in Saor. Die Borettane-Zwiebelchen haben sich dafür hervorragend geeignet,  sie haben einen intensiven, recht süßlichen Geschmack.
Deswegen verzichtete ich beim Rezept auch auf die üblichen Rosinen und nahm stattdessen getrocknete Berberitzen, um ein bisschen mehr Säure reinzubringen.
Das Ergebnis war mehr als überzeugend.

Triglia in saor
Vorspeise für vier, Hauptspeise für zwei Personen

500 g kleine Rotbarben
500 g Cipolle borettane
Mehl
80 ml Olivenöl für die Zwiebeln
neutrales Pflanzenöl für die Rotbarben
125 ml Weißweinessig
125 ml Wasser
eine Handvoll Pignoli, geröstet
eine Handvoll getrocknete Berberitzen

Rotbarben ausnehmen, putzen und sorgfältig entgräten. Die Filets waschen und gut trockentupfen. In Mehl wenden, abklopfen und in heißem Pflanzenöl beidseitig braten, bis sie knusprig sind. Auf Küchenpapier abtropfen lassen, dann salzen. Die Berberitzen in warmem Wasser einweichen. Das Öl abgießen, die Pfanne mit Küchenpapier reinigen. Dann das Olivenöl darin erhitzen und die feinringelig geschnittenen Zwiebelchen auf kleiner Flamme goldgelb dünsten. Essig und Wasser dazugießen und alles noch ein paar Minuten köcheln.

Nun legt man eine Schicht Rotbarben in eine Keramik- oder Glasschüssel, dann Zwiebeln, dann wieder Rotbarben, bis alles aufgebraucht ist. Auf die Zwiebeln streut man immer Pignoli und Berberitzen. Zum Schluss gießt man die restliche warme Flüssigkeit über Rotbarben und Zwiebelchen, damit alles bedeckt ist. Zugedeckt mindestens einen Tag im Kühlschrank ziehen lassen. Mit Weißbrot und friulanischem Weißwein servieren - das weckt schöne Erinnerungen ...