Sonntag, 23. September 2018

KOCHEN VERBIETEN!

Was haltet ihr von folgendem Text, den ich vor kurzem in der Immobilienbeilage der österreichischen  Tageszeitung Kurier entdeckt habe:
„Ich wohne im zweiten Stock in einer Wohnung mit Terrasse. Vor einem Jahr ist eine Familie eingezogen, die fast täglich kocht und die Gerüche der Speisen ziehen hinauf. Die Hausverwaltung ist der Meinung, man könne es niemandem verbieten, was und wie er koche und die Bitte an die Familie, Rücksicht auf die anderen Mieter zu nehmen, ist in den Wind gesprochen. Was kann ich tun?“

Gehts noch? Eine Beschwerde, weil jemand kocht. Ernsthaft? Was kommt dann als nächstes? „Die Welt steht nimmer lang“, hätte meine Oma wahrscheinlich gesagt. Da hören die Nachbarn einfach nicht auf zu kochen, obwohl man doch darum gebeten hat!

Aber der Trend geht ja wirklich zu Fertigprodukten und Lieferservice. Vielleicht gibts in ein paar Jahrzehnten in Wohnungen keine Küchen mehr, weil sie viel zu viel Platz wegnehmen. Ich frage mich, was die Menschen mit der Zeit anfangen werden, die sie sich sparen, weil sie nicht mehr kochen. Wahrscheinlich Smartphones bedienen - zumindest ist das meine Beobachtung, wenn ich so durch die Stadt laufe oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin …

Und hier ein schnelles Essen, das bei den Beschwerdeführern wahrscheinlich großes Entsetzen hervorgerufen hätte: gebackener Schafskäse mit Knoblauch. Das haben wir im Urlaub auf Mykonos gerne als Vorspeise gegessen. Die angegebene Menge reicht aber als Hauptmahlzeit für zwei.


Gebackener Schafskäse

300 g Schafskäse
200 g Kirschtomaten (K: Lieblingssorte Mühls Mini von der Arche Noah)
1 roter Paprika
50 g schwarze Oliven, entsteint, grob gehackt
2 TL getrockneter Oregano
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
Salz und Pfeffer

etwas Petersilie, grob gehackt
Olivenöl, extra vergine (K: Olio Celo von Sancin aus dem Friaul)

Das Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kirschtomaten halbieren, den Paprika zuputzen und in Streifen schneiden. Mit den gehackten Oliven, dem Knoblauch und dem Oregano mischen, salzen und pfeffern. Den Schafskäse in eine passende Form schlichten. Die Tomaten-Paprika-Mischung darüber verteilen. Im Ofen etwa 30 Minuten backen. Nach dem Herausnehmen großzügig mit Olivenöl beträufeln und mit Petersilie garniert auf zwei Tellern anrichten. Dazu frisches Weißbrot und meinen Lieblings-Retsina von Malamatina.

Gottseidank gibt es bei uns noch keine Beschwerden, wenn jemand kocht. Im Gegenteil, ich freue mich, wenn ich auf der Terrasse stehe und es von irgendwoher nach Essen riecht - manchmal sogar duftet.

Sonntag, 2. September 2018

GOLDGELB UND BUTTERWEICH

Zu unserem Wochenendhaus im Mühlviertel gehört eine sogenannte Leitn. Eine Leitn ist ein Hang, eine steile Wiese. In unserem Fall so steil, dass man sie mit einem Rasenmäher nicht mähen kann. Und da ich mit meinem Knie noch nicht ganz sicher unterwegs bin, habe ich mich heuer auch noch nicht hinuntergewagt, obwohl dort einige sehr interessante Obstbäume stehen. Ich hatte immer Angst davor, auszurutschen.

Am Wochenende aber musste es sein, denn ich hatte beim Runterschauen reife Birnen gesichtet. Aber wie das oft so ist – aus der Nähe sieht alles ganz anders aus. Die geerntete Beute war, vorsichtig formuliert, steinhart. Also lagerte ich sie noch einige Tage im Keller, danach waren sie wunderschön goldgelb und butterweich. Sie waren der Anstoß, wieder mal einen Flammkuchen zu backen, zumal im Tiefkühler noch etwas zerfitzeltes Hühnerfleisch von der letzten Suppenhenne lagerte. Und nach dem Essen nahm ich mir vor, Flammkuchen wieder viel öfter auf den Speiseplan zu setzen: wirklich köstlich, schnell gemacht und beliebig zu variieren.

Flammkuchen mit Birne, Huhn und Ziegenkäse

220 g Mehl (K: Tipo 00)
120 ml lauwarmes Wasser
10 g frischer Germ
3 EL Olivenöl
Salz

250 g Ziegenfrischkäse
200 ml Sauerrahm
2 Birnen, geviertelt, entkernt und in dünne Scheiben geschnitten
etwas gekochtes oder gebratenes Hühnerfleisch (Schinken funktioniert sicher auch)
Saft einer halben Zitrone
Rosmarin
flüssiger Honig
Salz

Germ im lauwarmen Wasser auflösen. Mehl, lauwarmes Wasser und Olivenöl zu einem Teig verkneten. Das Salz zufügen. Den Teig eingeölt in einer Schüssel etwa eine halbe Stunde rasten lassen. Sauerrahm mit Ziegenkäse verrühren, eventuell etwas salzen.

Das Backrohr auf 270 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig vierteln und möglichst dünn ausrollen. Jeweils zwei Fladen auf ein Backblech legen. Mit der Sauerrahm-Ziegenkäse-Mischung bestreichen, einen Zentimeter Rand frei lassen (der wird besonders knusprig!). Das zerfitzelte Hühnerfleisch darüberstreuen. Die Birnen leicht aufgefächert drauf legen. Mit Zitronensaft bepinseln. Rosmarin drüberstreuen und im vorgeheizten Backrohr etwa neun Minuten backen, bis die Teigrändern sich braun färben. Aus dem Backrohr nehmen, mit etwas Honig beträufeln und sofort servieren. Ein kühles Bier schmeckt ganz fantastisch dazu!



Sonntag, 19. August 2018

SUPPENZEIT

Seit einer gefühlten Ewigkeit Temperaturen jenseits der dreißig Grad. Und kein Ende in Sicht. Gewitter zur Abkühlung wären ausgesprochen willkommen - es ist aber nix mit Gewittern hier. Absolut keine Lust, den Herd in Betrieb zu nehmen. Jetzt ist die beste Zeit für Suppen. Kalte Suppen.

Die Spanier, die solche Sommertemperaturen gewohnt sind, machen es uns mit Gazpacho vor. Ich habe in den letzten Tagen Salmorejo (nach diesem Rezept), Avocado-Holunderblüten-Suppe, Chili-Melonen-Suppe und Knoblauch-Mandel-Suppe serviert. Die meisten Suppen sind sehr schnell fertig, es schadet ihnen aber nicht, wenn man sie im Kühlschrank einige Stunden, noch besser bis zum nächsten Tag durchziehen lässt. Mein Liebling ist derzeit die Chili-Melonen-Suppe, der Mitkoch bevorzugt Knoblauch-Mandel.

Chili-Melonen-Suppe

1 reife Cantaloupe-Melone
30 ml weißer Portwein
50 ml Orangensaft, frisch gepresst
2 EL Limettensaft
4 EL Chili-Marmelade (etwa nach diesem Rezept)
3 EL Olivenöl extra vergine
Salz und Pfeffer

Die Melone schälen, entkernen und grob würfeln. Zusammen mit den anderen Zutaten im Standmixer ganz fein pürieren, dann abschmecken. Im Kühlschrank einige Stunden durchziehen lassen. Mit knusprigem Rohschinken* servieren.

Knoblauch-Mandel-Suppe (Ajo Blanco)
 
250 g Mandeln
2 Knoblauchzehen, geschält
150 g altes Weißbrot ohne Rinde
50 ml Milch (Mandelmilch wäre noch besser)
100 ml Olivenöl extra vergine
30 ml Sherryessig
Salz

Die Mandeln in kochendem Wasser etwa fünf Minuten blanchieren. Herausfischen und in kaltes Wasser geben. So lassen sie sich ganz leicht häuten. Das Weißbrot in kaltem Wasser für einige Minuten einweichen. Dann so gut wie möglich ausdrücken. Die geschälten Mandeln zusammen mit den Knoblauchzehen, dem Weißbrot und den übrigen Zutaten in einen Standmixer geben. So viel kaltes Wasser zufügen, dass beim Mixen eine cremige Suppe entsteht. Mit Salz abschmecken. Im Kühlschrank mehrere Stunden durchziehen lassen, noch besser schmeckt sie am nächsten Tag. Mit roten, kernlosen Weintrauben (und knusprigem Rohschinken*) servieren.

Avocado-Holunderblüten-Suppe

1 reife Avocado
1 kleine Feldgurke
300 g Joghurt, 3,6 %
5 EL Holunderblütensirup
1 Bund Koriander
2 EL Zitronensaft
einige Eiswürferl
Salz und Pfeffer

Die Avocado schälen und grob schneiden. Die Gurke schälen, entkernen und ebenfalls grob schneiden. Mit den anderen Zutaten im Standmixer ganz fein pürieren, dann abschmecken. Im Kühlschrank einige Stunden durchziehen lassen. Mit Blätterteigstangerln (oder knusprigem Rohschinken*) servieren. 

* knuspriger Rohschinken:

einige Scheiben Rohschinken auf ein Backblech legen. Im Backrohr bei 160 Grad etwa eine Viertelstunde backen. Herausnehmen und auf Küchenpapier entfetten. Der Schinken wird erst nach dem Abkühlen richtig knusprig.



Dienstag, 7. August 2018

WIEDER DA ...


Mehr als vier Monate Blogpause. Das kann nur heißen, dass Dinge vorgefallen sind, die ein Bloggen verhindert haben. Denn heimlich, still und leise würde ich meinen Blog nicht beenden. Mein Knieoperation im Frühling war geplant. Sie war zwar langwieriger als gedacht, aber kein Grund für eine längere Pause. Allerdings geriet unser Leben durch eine gleichzeitige ernste Erkrankung des Mitkochs aus den Fugen und die Prioritäten änderten sich erheblich. Inzwischen schauen wir wieder optimistischer in die Zukunft und ab jetzt wird wieder gebloggt.



Heiß ist es. Die Lust, lange in der Küche zu stehen, hält sich stark in Grenzen. Eingefrorener Topfen-Blätterteig verringert den Kochaufwand erheblich und sorgt im Verbund mit Ziegenkäse, frischen Feigen und Rohschinken für ein leichtes, feines Abendessen. Gegessen wird derzeit grundsätzlich erst, wenn die Sonne hinter den Bergerln verschwunden ist. Dann reiße ich alle Fenster und Türen auf, die Pflanzen auf der Terrasse werden gegossen und der Tisch wird draußen gedeckt. Nach einem heißen Tag, an dem die ganze Wohnung verdunkelt war, genießen wir diese Momente. 

Feigen-Ziegenkäse-Tartelettes
für 2 Personen als Hauptspeise, für 4 Personen als Vorspeise

Topfen-Butter-Blätterteig nach diesem Rezept (Hälfte der Masse verwenden, andere Hälfte einfrieren)
4 Stück Picandou (oder ein anderer Ziegenfrischkäse)
4 Blatt San-Daniele-Schinken oder ein anderer Rohschinken
2 reife Feigen, halbiert, Ansatz weggeschnitten
3 Eier
200 ml Sauerrahm
50 g Parmesan, gerieben
2 EL Schnittlauch, gehackt
Salz, Pfeffer

4 Tartelettförmchen (K: Durchmesser 10 cm, mit herausnehmbarem Boden - sehr praktisch)


Das Backrohr auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig quadratisch ausrollen und vierteln. Je ein Viertel in ein Tartelettförmchen einpassen, überstehende Ränder wegschneiden. Den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Je ein Blatt Rohschinken zerzupfen und auf dem Teigboden verteilen. Den Ziegenkäse etwas zerbröckeln und auf dem Schinken verteilen. Dann eine halbe Feige mit dem Bauch nach unten drauflegen.

Eier versprudeln und mit Sauerrahm, Schnittlauch und Parmesan mischen. Mit Salz abschmecken und vorsichtig in die Tartelettförmchen rund um die Feigen gießen. Die vier gefüllten Förmchen auf ein Backblech stellen und etwa 30 Minuten goldbraun backen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, lauwarm schmecken die Törtchen am besten. Mit einem Glas Wein und einem kleinen Tomaten-Rucola-Salat am besten nach Sonnenuntergang draußen genießen.

Apropos Tomaten und Rucola. Beide wachsen wie verrückt auf unserer Terrasse. Im ersten Jahr nach unserer Übersiedlung experimentiere ich mit den Pflanzen - ich teste aus, wer das Klima und den ständigen, leichten Wind verträgt, und wer nicht. Was ich jetzt schon sagen kann: Fast alle Kräuter sind mit dem Klima zufrieden, ebenso unsere Zitruspflanzen, unser Charapita-Chili, der Sichuanpfeffer (der schon ein richtig hoher Baum ist), der Granatapfel, die Feige, die Olive und der Mangold. Das Maggikraut (früher im Garten ein Unkraut), plagt sich noch etwas, genauso wie die Erdbeeren und der Borretsch.

Unsere Lieblings-Cocktail-Tomate "Mühls Mini" und eines unserer Insektenhotels

Der Charapita-Chili mit sicher mehr als hundert kleinen Früchten – und täglich werden es mehr ...

Sichuan-Pfeffer, inzwischen ein zwei Meter hoher Baum

Buddhas Hand - dank Überwinterung beim Gärtner heuer voller neuer Früchte



Dienstag, 20. März 2018

WATCH OUT WHERE THE HUSKIES GO … 


Gefühlt müsste ich jetzt eigentlich schon mit Schauferl und Gartenhandschuhen unterwegs sein. Ich müsste Gartencenter und Gärtnereien unsicher machen und Kistchen voll mit Kräutern und kleinen Gemüsepflanzerln heimschleppen. Natürlich hab ich das leichtsinnigerweise teilweise auch schon gemacht. Deswegen ist es derzeit im Wohnzimmer ein bisserl beengt. Ich musste den viel zu früh gekauften Pflanzerln das Leben retten und sie drinnen einquartieren. Am Sonntag lag nämlich draußen so viel Schnee wie noch nie in diesem Winter und die Temperaturen waren eisig.

Aber ich ließ es mir trotzdem nicht verdrießen. Ich erinnerte mich nämlich an ein Geschenk unserer  Freunde von deren Kanada-Urlaub: Ahornsirup, samt Rezept für Maple Taffy. Mehr oder weniger ist das nichts anderes als heißer Ahornsirup, der in den Schnee geträufelt, dann schnell auf Holzstäbchen gewickelt und sofort gelutscht wird. Der Schnee erinnert danach ein bisschen an eine Liedzeile von Frank Zappa. Aber es war ein Winterspaß, gerade recht, um meine schlechte Laune zu vertreiben – der Frühling wird sich halt noch um ein paar Tage verzögern …  


Maple Taffy

Zuerst sucht man ein geeignetes Gefäß, etwa eine nicht zu kleine Auflaufform. In diese füllt man Schnee, presst ihn fest und streicht ihn halbwegs glatt. Diese Auflaufform parkt man draußen im Schnee, bis man sie braucht. Man legt einige Holzstäbchen bereit.


Dann erhitzt man eine beliebige Menge Ahornsirup (ich hab etwa 200 Milliliter genommen) in einem kleinen Topf, bis er blubbert und etwa 118 Grad Celsius erreicht hat. Das dauert ungefähr 15 Minuten. Als Topf nimmt man am besten einen mit Ausgießer, das erleichtert die spätere Arbeit. Wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, nimmt man den Topf vom Herd und rührt um, bis alle Bläschen verschwunden sind.

Nun zieht man Winterstieferl und einen dicken Pullover an und geht mit dem heißen Sirup und den Holzstäbchen hinaus, wo die mit Schnee gefüllte Auflaufform wartet. Man lässt den Sirup in einem dünnen Faden in den Schnee rinnen, etwa 15 Zentimeter Länge müssten reichen. Diesen sofort zäh gewordenen Faden wickelt man rasch um ein Holzstäbchen – und fertig ist eine Köstlichkeit, die für mich ab jetzt ein fixer Bestandteil meiner Winterküche wird, genauso wie Bratäpfel und Gänsebraten ...




Mittwoch, 21. Februar 2018

EIN KLOPS IST AUCH NUR EIN KNÖDEL

Ich hab mal wieder Königsberger Klopse gekocht. Bekanntlich können wir hier in Österreich von Knödeln gar nicht genug bekommen. Und deswegen strecke ich meine Fühler auf der Suche nach Knödelrezepten durchaus auch ins benachbarte Ausland aus. Da stolpert man zwangsläufig ziemlich schnell über Königsberger Klopse. Und ein Klops ist ja ganz eindeutig ein Knödel.

Wie das so ist mit sehr beliebten Rezepten, gibts natürlich nicht nur das eine echte Rezept, sondern unzählige Variationen davon. Und jeder ist der Überzeugung, dass seine Variation die Allerbeste ist. Ich auch.

Meine Klopse müssen aus purem Kalbfleisch sein (kein Mischmasch, mit Schweine- oder Rindfleisch). Dazu kommen nur eingeweichte Semmerl sowie Sardellen und Zitronenschale als Würzung. Für die Sauce sind Kapern und Zitronensaft zuständig. Als Beilage wird bei uns nur Reis mit Petersilie akzeptiert.

Wichtig ist auch noch die Größe der Knöderl: Keinesfalls größer als ein Tischtennis- oder Golfball. Dann sind sie nach einer Garzeit von etwa acht Minuten flaumig weich und innen noch leicht rosa - so wie wir sie am liebsten mögen.

Königsberger Klopse
für 4 Personen

Für die Suppe:
1 kg Kalbsknochen (Fleisch - und Markknochen)
Suppengemüse
3 Lorbeerblätter
etwas Majoran
Salz
Pfeffer
3 Nelken

Für die Klopse:
500 g Kalbsschulter
2 entrindete Semmeln
100 ml Milch
2 Eigelb
Salz und Pfeffer
abgeriebene Schale einer Zitrone
20 Sardellenfilets

Für die Sauce:
250 ml Schlagobers
250 ml Suppe
70 g Salzkapern, gut gewässert
Saft von einer halben Zitrone

Die Kalbsknochen im Backrohr braun rösten. Dann zusammen mit Suppengemüse, Kräutern, Salz und Pfeffer aufsetzen und etwa drei Stunden leise köcheln lassen. Von dieser Suppe braucht man für die Sauce etwa einen Viertelliter. Außerdem lässt man die kleinen Klopse in der Suppe ziehen.  Der Aufwand des Selbermachens lohnt sich also auf jeden Fall, die restliche Suppe lässt sich ja beispielsweise problemlos  für einen Risotto am nächsten Tag einsetzen.

Die Sardellenfilets sehr fein hacken. Die entrindeten Semmeln zerpflücken und in Milch einweichen. Dann ausdrücken und gemeinsam mit der Kalbsschulter fein faschieren. In diese Masse kommen nun noch die Eigelbe, die gehackten Sardellen und die abgeriebene Zitronenschale. Alles gut vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Aufpassen mit dem Salz, die Sardellen sind oft schon ganz schön salzig! Mit nassen Händen kleine (!), maximal golfballgroße Knöderl formen. Die Knödel in der heißen Kalbsknochensuppe ziehen (keinesfalls kochen) lassen - nach etwa acht Minuten sind sie fertig.

Für die Sauce einen Viertelliter von der Suppe und einen Viertelliter Schlagobers aufkochen und auf die Hälfte reduzieren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Die gewässerten, abgetropften Kapern im Ganzen (wenn sie sehr klein sind) oder grob gehackt (für etwas größere Exemplare) zufügen und kurz mitkochen. Nochmals abschmecken und mit den Klopsen und Petersilienreis servieren - eine echte Delikatesse!

Dienstag, 13. Februar 2018

14


Zum folgenden Rezept lässt sich nicht viel sagen. Außer dass es mein vierzehntes Apfelkuchenrezept ist, und ich - wenn ich so weitermache - bald ein Apfelkuchenkochbuch herausgeben könnte.

Aber im Ernst: Obstkuchenmäßig ist halt der Apfel mein absoluter Liebling. Er sollte immer relativ säuerlich sein, ich mag die Sorten Boskoop, Braeburn, Berlepsch, weißer Klar und Topaz sehr gerne. Am liebsten kombiniere ich ihn mit Nüssen. Dessenungeachtet sind Apfelschlangerl nach wie vor mein allerliebstes Apfelkuchenrezept. Das jüngste Rezept reiht sich aber ganz vorne in die Lieblingskuchenliste ein. 

Knuspriger Apfelkuchen

Teig:
200 g Weizenmehl, Typ 480
100 g geriebene Walnüsse
150 g kalte Butter
100 g Backzucker
1 Ei
1 große Prise Salz

Belag:
4 mittelgroße Äpfel
3 EL Aroniamarmelade (oder Ribisel-, oder Preiselbeermarmelade)
etwas Zitronensaft

Guss:
100 g Zucker
125 ml Schlagobers
3 Eier, verqirlt (davon 1 - 2 EL abzweigen)
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone

3 EL Staubzucker
1/2 TL Zimt

Tarteform, Durchmesser 26 cm



Für den Teig Mehl, Nüsse, Butter, Zucker, Ei und Salz zu einem glatten Teig verkneten und für eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Das Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen und in die Tarteform legen. Einen Rand formen, überstehenden Teig wegschneiden. Den Teig mehrmals mit einer Gabel einstechen und zehn Minuten blind backen. Aus dem Backrohr nehmen. Mit etwas verquirltem Ei bestreichen und nochmals für drei Minuten ins Backrohr geben. Dann zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen. Das Backrohr auf 190 Grad zurückschalten.

Für den Überguss Zucker, Schlagobers, verquirlte Eier und Zitronenschale gut verrühren.
Die Äpfel vierteln (nicht schälen!), das Kerngehäuse entfernen. Die Apfelstücke in etwa drei Millimeter dicke Scheiben schneiden. Den Teig in der Tarteform mit Aroniamarmelade bestreichen.

Die Apfelstücke in Kreisform drauflegen, mit Zitronensaft bepinseln. Den Überguss gleichmäßig über die Äpfel verteilen. Etwa 40 Minuten backen. Kuchen aus der Form heben und mit einer Mischung aus Staubzucker und Zimt besieben.

Die weiteren Apfelkuchenrezepte bei der Schabe:
Apfelschlangerl
Gedeckter Apfelkuchen
Apfelkuchen mit Schneehaube
Toskanischer Apfelkuchen
Tarte Tatin
Apfelkuchen mit Deckel
Apfel-Grieß-Kuchen mit Kardamom
Apfeltartelettes mit Rosmarin und Creme Anglaise 
Apfel-Nuss-Dreieckerl
Apfelkuchen karamellisiert mit Walnüssen
Apfelkuchen mit Salzbutterkaramell
Apfel-Nuss-Kuchen mit Quittengelee-Glasur
Apfeltorte


Samstag, 3. Februar 2018

VALENCIA IM WINTER


Valencia. Ich war ja zuerst nicht so angetan von der Idee, im Jänner nach Valencia zu reisen. Jänner! Es müsste für eine spanische Stadt doch eine schönere Reisezeit geben. Andererseits haben wir vor zwei Jahren im Mai Urlaub in Andalusien gemacht und es war regnerisch und teilweise wirklich saukalt. Also, warum nicht im Jänner nach Valencia ...

Und dann fährt man vom Flughafen mit der U-Bahn bis zur Station Xàtiva, steigt aus, blinzelt in die Sonne, sieht zuerst mal eine Hecke mit Bougainvillea-Blüten und gleich darauf jede Menge Orangenbäume mit reifen Orangen, die die Avenida del Marqués de Sotelo säumen. Da hatte die Stadt schon gewonnen (die Orangen sind übrigens fast so sauer wie Zitronen: Ich habe einige gepflückt und nach Hause transportiert).

Wir haben in diesen vier Tagen eine Unmenge von Pintxos und Tapas, Fischerl, Pata negra und Mehlspeisen (Konditorei Dulce de Leche) verputzt, die wunderschöne Jugendstil-Markthalle, die Altstadt, das Viertel Ruzafa und natürlich die unglaublich schöne Ciudad de las Artes y las Ciencias besucht und wissen heute schon: Nächsten Jänner wollen wir wiederkommen!

Hier Fotos aus der Stadt, anschließend ein einfaches Fischerlrezept mit Orangen (nicht unbedingt ein spanisches, aber so ähnlich durchaus auch in Valencia zu bekommen), mehr Fotos findet ihr wie immer hier.

Ciudad de las Artes y Las Ciencias von Santiago Calatrava




Keramikmuseum

Mercado Central

Konditorei Dulce de Leche

Plaza del Ayuntamiento

Im Barrio del Carmen


Oceanogràfic, ein Rosalöffler (Platalea ajaja)

Plaza de la Virgen

Gefüllte  Sardinen
Sarde a beccafico
für 2 Personen

8 bis 10 mittelgroße Sardinen
2 EL Marsala
1 EL Rosinen
2 EL Pinienkerne
2 Knoblauchzehen
4 Sardellenfilets
1/2 Bund Petersilie (oder Fenchelgrün, das wächst bei mir immer noch unbeirrt auf der Terrasse)
50 g Semmelbrösel
1 Ei
6 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Prise Zimt
7 - 9 (wenn möglich) frische Lorbeerblätter
2 Orangen
1 Zitrone

Die Sardinen waschen, Köpfe abschneiden, ausnehmen, aufklappen und vorsichtig die Mittelgräte entfernen. Die Rosinen mit Marsala mischen und ein bisserl ziehen lassen. Dann fein hacken, ebenso die Pinienkerne, die Petersilie, die Sardellen und den Knoblauch.

Das Backrohr auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Semmelbrösel mit Rosinen, Pinienkernen, Knoblauch, Sardellen, Petersilie, Ei und etwas Olivenöl mischen. Salzen, pfeffern und mit dem Zimt würzen. Die Sardinen ebenfalls salzen und pfeffern und mit der Bröselmischung füllen.
 
Nebeneinander in eine passende, eingeölte Form legen. Zwischen jedes Fischerl ein Lorbeerblatt stecken. Die Fischerl mit dem restlichen Öl beträufeln und ins Backrohr schieben. Etwa zehn Minuten backen. In der Zwischenzeit Orangen und Zitrone auspressen. Den ausgepressten Saft über die Fischerl gießen und für weitere zehn Minuten backen. Aus dem Backrohr holen und entweder sofort servieren oder kalt stellen - beides schmeckt ausgezeichnet und vertreibt garantiert jede Winterdepression ...