Mittwoch, 18. Januar 2012

Der Zucchini-Kompromiss

Am Vormittag eine Eingebung: heute abend wieder mal thailändischer Salat mit grüner Papaya. Und zwar richtig scharf. Dazu marinierte Hühnerspießchen und Reis. Die meisten Zutaten konnte ich in meiner Mittagspause besorgen.

Für die grünen Papayas fuhr ich mit dem Mitkoch am späten Nachmittag zum besten Asia-Markt der Stadt.  Jedoch: keine grünen Papayas. Auch keine grünen Mangos. Die Verkäuferin schlug Kohlrabi oder Gurke vor. Der Mitkoch witterte seine Chance und brachte Risotto oder Spaghetti ins Spiel. Ich blieb stur und unflexibel und bestand auf Thai-Salat. Kaufte drei Bio-Zucchini. Der Mitkoch zeigte sich skeptisch gegenüber meiner Zucchini-statt-Papaya-Variante. Aber er half mir und jagte die Zucchini durch die Mandoline.

Herausgekommen ist ein ganz feiner Salat, die Zucchini haben das scharf-süß-saure Aroma wunderbar aufgenommen. Sie sind mehr als ein Ersatz für Papaya. Eine neue Lieblingsspeise, die sicher noch öfter zubereitet wird, weil jetzt nicht mehr unbedingt grüne Papayas notwendig sind. Und im Sommer hab ich eine neue Verwertung für die sicher wieder auftretende Zucchinischwemme!

Salat mit grüner Papaya nach Tom Kime
für 2 Personen

1 grüne Papaya (gut sortierter Asia-Laden, Küchenschabe: 3 mittelgroße Bio-Zucchini)
3 - 4 EL geröstete, ungesalzene Erdnüsse
2 rote, frische Chilischoten
2 Knoblauchzehen
6 Kirschtomaten (je unreifer desto besser)
2 Schalotten
Salz
1 Stück Palmzucker (ca. 3 cm)
Saft von 2 Limetten
3 EL Fischsauce
Korianderblätter grob gehackt

1/2 Bio-Hühnerbrust
Sojasauce
Ingwer geschält, frisch gerieben
 


Die Hühnerbrust in Streifen schneiden und in einer Mischung aus Sojasauce und geriebenem Ingwer marinieren. Dann auf Holzspießchen auffädeln. Reis kochen.

Die Zucchini mit der Mandoline (oder Gemüsehobel) in ungefähr fünf Zentimeter lange Streifen schneiden. Chilis, Knoblauchzehen, Tomaten, Schalotten, Salz und Palmzucker in einen Mörser geben und zu einer glatten Paste zerreiben. Limettensaft und Fischsauce dazugeben. Das Dressing probieren: Durch die Chilis sollte es scharf sein, durch Limettensaft und unreife Tomaten sauer. Die Fischsauce liefert das Salz, während die Süße des Palmzuckers dem Dressing teilweise seine Schärfe nimmt. Nach Belieben abschmecken.
 
Das Dressing über die Zucchinistreifen geben und einige Minuten ziehen lassen. Die Hühnerspießchen in einer Grillpfanne einige Minuten scharf braten. Die Zucchini mit gerösteten, zerkleinerten Erdnüssen und Korianderblättern bestreuen. Mit Hühnerspießchen und Reis servieren.


Kommentare:

  1. Wer einen eigenen Garten hat, für den ist *Verwertung bei auftretender Zucchini-Schwemme* immer ein Stichwort, bei dem er hellhörig wird. Schon für die Saison vorgemerkt!

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  2. ich freu mich schon auf die Zeit, wenn die Zucchini den Garten erobern!

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  3. Gratulation! Kreativität und Flexibilität ist immer wichtig.

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  4. Hallo Küchenschabe,

    ein Kollege hat mir dieser Tage Dein Blog empfohlen. Gerade habe ich den Salat mit grüner Papaya probiert. Die hatte ich zufällig da, weil ich letztes Wochenende in den Vietnamesischen Markthallen in Berlin eingekauft habe. Das Rezept ist toll - frisch, würzig, verschiedene Konsistenzen, wir waren begeistert! Ich werde Dich hier bestimmt noch öfter besuchen. Hast Du was dagegen, wenn ich Dein Blog auf meiner Seite verlinke? Weiterempfohlen habe ich es eh gleich, eine Freundin in Wien probiert gerade ein Rezept von Dir mit roten Rüben. :-)

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  5. Hallo Linsenköchin,
    natürlich hab ich nix dagegen - wo ich doch Linsen selbst so gerne mag. Alb-Leisa hab ich schon mal probiert, das war ein Geschenk einer anderen Bloggerin. Casteluccio-Linsen hab ich mir mal aus Italien und Puy-Linsen aus Frankreich mitgebracht! Mein Linsenlieblingsrezept ist ein Salat (http://diekuechenschabe.blogspot.co.at/2012/03/alb-traum.html) - interessante Seite hast du!

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  6. Liebe Küchenschabe,
    klasse, dann setze ich Dich mit auf meine Seite, wenn ich das nächste Mal daran bastle! Eigentlich müsste ich das sofort tun, denn ich habe hier einen Haufen Material liegen, ein neues Linsenkochbuch, Fundstellen in der Literatur, ein tolles Suppenrezept – aber jetzt ist erstmal der Garten dran. Das Rezept auf Deiner Seite habe ich natürlich auch schon entdeckt. Das klingt sehr gut! Mein Lieblingsrezept mit Linsen ist dieses: www.linsenkueche.de/flatpress/?x=entry:entry110406-191230. Weil ich ein schlechtes Gewissen wegen des Seeteufels habe, mache ich es allerdings höchstens einmal im Jahr ...

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