Samstag, 10. Dezember 2011

Obauer nach dem Kino



Ein freier Tag und am Abend endlich wieder mal ein Kinobesuch ("Der Gott des Gemetzels": Hingehen, anschauen, alle vier Hauptdarsteller spielen fantastisch!). Bei solchen Gelegenheiten stellt sich die Frage: vor oder nach dem Kino kochen? Der Film beginnt um 19 Uhr, vorher kochen und essen geht sich nicht aus. Nachher kochen birgt die Gefahr, dass der große Hunger dann nur mehr schnelle Spaghetti zulässt. Und ich will an einem freien Tag doch etwas Interessanteres kochen.

Dann findet der Mitkoch in einem Obauer-Kochbuch das ideale Nach-dem-Kino-Essen: Gesottene Rinderwade mit Roquefortsauce und Portweinfeigen.
Vor dem Kinobesuch koche ich das Fleisch, reibe es mit der Nussmischung ein und lasse es im Kühlschrank rasten. Die Topfen-Butter-Stangerl aus Topfenblätterteig bereite ich auch vorher zu. Nach dem Kinobesuch machen wir nur noch die Feigen und die Sauce. Das dauert nicht lange, das geht auch mit großem Hunger.

Gesottene Rinderwade mit Portweinfeigen und Roquefortsauce

1 Rindswadl, ungefähr ein Kilo
1 halber Sellerie
2 Karotten
2 Zwiebeln
etwas Maggikraut
1 TL Pfefferkörner
1 TL Korianderkörner
2 Lorbeerblätter
1 Schuss Sojasauce

50 g gesalzene Erdnüsse
50 g Pinienkerne
Haselnussöl
2 Knoblauchzehen, fein gehackt

4 frische, große Feigen
125 ml Portwein
etwas Rosmarin
1 Zimtstange
3 Nelken

100 g Roquefort
125 g Magerjoghurt
Cayennepfeffer (Küchenschabe: Piment d' Eline)
Oregano



Das Rindfleisch in einem Topf mit Wasser bedecken und mit Sellerie, Karotten und Zwiebeln aufkochen. Gewürze sowie einen Schuss Sojasauce zugeben und mindestens zwei Stunden sieden.
Zur Garprobe mit einer Fleischgabel ins Fleisch stechen und das Fleisch senkrecht aus dem Wasser heben: Wenn es sich dabei von der Gabel löst, ist es ausreichend gegart. Aus dem Topf nehmen und etwas abkühlen lassen. Lauwarm zuputzen.

Pinienkerne und Erdnüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten. Vom Herd nehmen, abkühlen lassen und grob hacken. Mit Knoblauch und Haselnussöl zu einer Paste verrühren. Das Fleisch damit rundherum einreiben. In Folie gewickelt im Kühlschrank einige Stunden rasten lassen.



Für die Portweinfeigen die Feigen am Blütenansatz kreuzweise einschneiden. Eine kleine, feuerfeste Form einfetten. Die Feigen hineinsetzen, Portwein hineingießen. Mit Zimt, Rosmarin und Nelken im vorgeheizten Backrohr bei 200 Grad ungefähr zwölf Minuten braten. Aus dem Ofen heben. Die Feigen und die Gewürze herausnehmen und den Portwein kurz einkochen.



Für die Roquefortsauce Käse und Joghurt leicht erwärmen, mit dem Stabmixer aufmixen. Durch ein Sieb streichen und mit Oregano und Cayennepfeffer abschmecken.
Ich hab allerdings noch was viel besseres als Cayennepfeffer – ich hab Piment d'Eline! Kennt ihr nicht? Schmeckt ähnlich wie Piment d'Espelette, aber besser! Hat mir Eline kürzlich beim Treffen im Mühltalhof geschenkt. Ich hab dieses feine Gewürz auch noch auf die Blätterteigstangerl gegeben, zusammen mit Sesam und Schwarzkümmel.
Das Fleisch in dünne Scheiben schneiden. Mit den Feigen, über die der reduzierte Portwein gegossen wird, und der Roquefortsauce servieren.

Kommentare:

  1. Ihr wißt, wie man es sich gut gehen läßt.
    Erst ins Kino ausgehen und dann schlemmen!

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  2. Da man ja wieder mal nicht anklicken und bestellen kann, freu ich mich halt am Wort "gesotten". Wird (bei uns) nicht mehr allzu häufig gebraucht - klingt aber irgendwie angemessen.
    Dabei fällt mir siedend heiß ein, dass ich noch einkaufen muß...

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  3. Nehmt ihr mich das nächste Mal mit ins Kino? :D

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  4. @ grain de sel
    obwohl man bei diesem film mal kurz durchaus den appetit verlieren konnte ;-) ...

    @ Michael
    ich arbeite aber daran, diese Funktion in meinem Blog einzubauen ;-)

    @ Turbohausfrau
    na sicher tun wir das! und vom rindfleisch ist auch genug für zwei weitere esser übrig geblieben - kannst den turbohausmann auch mitbringen ;-)

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  5. Das sieht ja so was von appetitlich aus - wie im Film!!!

    Eine schöne 3. Adventswoche wünscht,
    Doris

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  6. Hab den Film letzte Woche auch gesehen. Fand ihn im Kino noch etwas zu dick aufgetragen. Aber in den Tagen danach musste ich oft an manche Szenen denken. Er hat mich also doch beeindruckt.
    Gegessen haben wir vorher. Getrunken nachher.

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  7. @ petra
    großes Kino gibt´s auf deinen Seiten doch dauernd ;-)

    @Wolke-Siebe
    auch dir eine schöne Vorweihnachszeit!

    @Eline
    ich fand die Leistungen der Schauspieler toll. Hat mich ein bisschen an "Wer hat Angst vor Virginia Woolfe" erinnert - das war allerdings schon noch um Häuser besser ...

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  8. warum nehmt ihr das essen nicht mit ins kino?bei uns gibts jetzt kinolaunch mit tischen und füsse hoch und da haben wir um 23 uhr den film gesehen und selbstgebackenen kuchen gegessen.aber bei der kotzszene wurde mir dann fast schlecht.einer im kino rief:ich riech das richtig.der film war klasse,dein essen hier aber hundert pro fantastisch.lecker ohne ende

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  9. Liebe magierin,
    essen im kino geht für mich gar nicht, mich ärgern ja schon die popcornesser, die garantiert immer hinter mir sitzen und das popcorn nach vorne bröseln. bei einem guten essen will ich nicht abgelenkt werden, das möchte ich mit einem guten glas wein mit allen sinnen genießen.
    und: ja, bei der einen szene im film wurde mir auch fast schlecht ;-)

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