Donnerstag, 6. Oktober 2011

Rindfleischsalat mit Haselnusspesto



Ich bin ständig auf der Suche nach Rezepten für gekochtes Rindfleisch: Als ich das Fleisch noch im Supermarkt gekauft habe, war es nach dem Suppekochen zu gar nichts mehr zu verwenden. Es schmeckte fad, ausgelaugt, wässrig und war grau. Seit ich das Fleisch von einer Bäuerin beziehe, hat sich das geändert. Dieses Fleisch hat Geschmack, ist innen teilweise noch rosa. Und daher auch nach stundenlangem Kochen in der Suppe viel zu schade zum Wegwerfen. Steirischer Rindfleischsalat mit Zwiebel und Kernöl ist ebenso ein Klassiker bei uns, wie asiatischer Rindfleischsalat oder Rindfleisch mit Erdäpfelschmarrn und Apfelkren.

Diesmal wollte ich Haselnüsse dabei haben. Die anderen Zutaten mussten dazu passen. Daran ist natürlich Eline schuld. Ihr Sonnenblumenkernpesto letzte Woche war so gut, ich wollte was Ähnliches. Zu Rindfleisch und Haselnüssen passen ­ für mich Fenchel und blanchierter Sellerie. Und eine Vinaigrette mit pürierten Birnen (auch nach Eline) und etwas Chilimarmelade.

Rindfleischsalat mit Haselnusspesto
für 2 Personen

400 g gekochtes Rindfleisch, in Streifen geschnitten
1 großer Fenchel
1/2 Sellerieknolle
1 Lollo-Rosso-Salat (aus dem Achleitner-Biokistl)

Vinaigrette

2 EL neutrales Öl, etwa Erdnussöl
2 EL James-Apfelbalsam vom Gegenbauer
1 TL rote Chilimarmelade
1 reife, weiche Birne, geschält, entkernt, fein püriert
Salz

Haselnusspesto

50 g Haselnüsse, geröstet
50 ml Haselnussöl (Hartl)
1 Schalotte, feingehackt
Salz, Zucker

Die Schalotte in etwas Haselnussöl glasig dünsten. Zusammen mit den gerösteten Haselnüssen, dem restlichen Öl, etwas Salz und Zucker nicht zu fein mörsern. Den Sellerie schälen, in dünne Streifen schneiden und kurz in Salzwasser blanchieren. Den Fenchel sehr fein hobeln. Sellerie und Fenchel mischen, mit Salz abschmecken. Auf Salatblättern mit dem Rindfleisch anrichten. Flöckchen vom Haselnusspesto darüber verteilen. Mit Vinaigrette abschmecken und mit einigen Klecksen Chilimarmelade verfeinern.

Kommentare:

  1. Ich denken, abgesehen von der Qualität des Fleisches,kommt es auch auf das Stück an sich an. Ein Roastbeef würde ich sicher nicht zum Kochen verwenden, die Hüfte schon eher, den Tafelspitz sowieso.

    Wenn Du gerne Rezepte für gekochtes Rindfleisch magst, gefällt Dir vielleicht der traditionelle Heringsalat mit Rindfleisch aus meiner Familie:
    http://arthurstochterkocht.blogspot.com/2010/11/lieblingsrezepte-aus-kindertagen-unter.html

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  2. @ Astrid
    für meine Rindsuppe nehm ich meistens ein hinteres Wadl (Wadschinken), das hab ich vergessen, zu sagen. Ich weiß nicht, wie das in Deutschland heißt.

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  3. Das sieht sehr, sehr gut aus. Das Fleisch deiner Bäuerin muss gut sein, wenn es den Rosa-Effekt hat Ich weiss nicht woher er kommt, aber er tritt nur bei sanftem und langem Kochen auf. Das Wadl hab ich noch nie für Suppe verwendet, eher Gab, Brustkern,Schermrippe.

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  4. Schaut toll aus!
    Nun weiß ich, was aus dem Schulterscherzl, das im Tiefkühler darauf wartet, dass es jemand kocht, gemacht wird.
    Wie schmeckt denn dein Haselnussöl? Ich habe eines von einem türkischen Standl am Markt, mit dem bin ich gar nicht glücklich.


    Eline, deine Fleischbezeichnungen sagen mir gar nix. Diese Bezeichnungen scheinen wohl regional sehr unterschiedlich zu sein.

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  5. @ Eline
    ich hab früher auch immer Gab und Schermrippe genommen, und dann hat meine Bäuerin mal gesagt "probiern´s doch mal ein Wadl" und seitdem bin ich dabei geblieben.
    Und das Haselnusspesto, zu dem mich dein Sonnenblumenkernpesto inspiriert hat, schmeckt wirklich fantastisch!

    @ chriesi
    ja probiers - geht schnell und schmeckt superfein!

    @ Turbohausfrau
    schau doch mal bei meiner Zutatenliste fürs Haselnusspesto beim Haselnussöl zum Link, liebe Turbohausfrau! Die Hartl Essenzen bekommt man sicher auch in Wien.

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  6. na lustig, ich hab auch vor am WE was mit Birne und einem Haselnusspesto zu machen, da hamma uns wohl ordentlich Gusto geholt ;-). Und für einen Rindfleischsalat neue Anregungen, wie hier, zu finden, ist auch super. Das erst Mal, dass ich mich in einen Rindfleischsalat wirklich verliebt habe, war letztes Jahr, da hab ich ein Kräuterroastbeef gemacht und von den Resten am nächsten Tag einen Salat. Das war auch rosig und sooo gut!

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  7. das mit dem Gusto geholt stimmt ganz sicher, bei mir gibts nämlich am WE unter anderem rote-Rüben-Schaum mit Pfeffereis ... ;-))

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  8. Wadschinken (so heißt er auch hier) nehme ich für Gulasch, meine Rindersuppe mache ich inzwischen mit Brustkern.

    Astrids Salat kann ich für die Resteverwertung übrigens sehr empfehlen :-)
    http://peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/2010/12/quasi-nachgekocht-roter-heringssalat-mit-brustkern-und-waln%C3%BCssen.html

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  9. Das gefällt mir wahnsinnig gut! Ich kenne Rindfleischsalat bisher quasi nur badisch, mit Essiggürkchen und Balsamico (letzteres hört sich allerdings nicht gerade badisch an, merke ich gerade ;-)). Da ist das mal eine chice Alternative.

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  10. @ Petra
    ich werd Brustkern mal probieren, wahrscheinlich bleib ich als sture Küchenschabe aber beim Wadl - wenn´s meine Bäurerin doch sagt ;-)

    @ Christina
    badisch kannte ich noch nicht, meine zweite Version ist steirisch mit Kernöl, Zwiebel und einigen Käferbohnen ...

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