Sonntag, 2. Oktober 2011

Rindsrouladen mit gegrilltem Paprika




Mit den klassischen Rindsrouladen nach dem Wiener Rindfleisch-Papst Plachutta fing es an. Damit hat der Mitkoch seine Schwiegermutter eingekocht (mich vor Jahren mit Vitello tonnato, aber das ist eine andere Geschichte ...).

Mit seinem Rouladen-Rezept kann und will ich also sowieso nicht konkurrieren, daher hab ich bei der Füllung experimentiert. Inspiriert von einem Rezept in der Zeitschrift Port Culinaire habe ich rote und gelbe geröstete Paprika und Kochschinken verwendet. Dazu als Beilage statt Nockerln wie beim Mitkoch ein Kartoffel-Sellerie-Püree mit Wasabiblättern und gewürfelten Paprikastückchen.

Das mit den Wasabiblättern hätte ich mir allerdings sparen können. Sie sind fast geschmacklos. Die Wasabipflanzen hab ich im Frühjahr in einer nahen Gärtnerei entdeckt und natürlich sofort gekauft. Vielleicht grabe ich jetzt im Herbst die Wurzel aus. Das Rindfleisch kaufe ich ein Mal im Monat von einer Bäuerin in meiner Nähe. Die Tiere dürfen dort Jahr und Tag draußen oder drinnen herumlaufen wie es ihnen gefällt. Das schmeckt man dann auch beim Fleisch. Nächstes Mal gibt´s als Beilage wieder Erdäpfelpüree ohne Wasabigrün oder eben Nockerl.

Rindsrouladen mit gegrilltem Paprika
für 4 Personen

4 große Rindsschnitzel
2 rote und 2 gelbe Paprika
8 Blätter Kochschinken
Salz
Pfeffer
1/2 kleine Sellerieknolle, in Würfel geschnitten
1 große weiße Zwiebel, grob gehackt
Butterschmalz
1 l Rindsuppe
1/8 l Sauerrahm

Vom Paprika die Kerngehäuse entfernen. Im Backrohr so lange grillen, bis die Haut dunkel wird und Blasen wirft. Aus dem Rohr nehmen und mit einem feuchten Tuch zudecken. Eine halbe Stunde auskühlen lassen, dann die Haut abziehen. Die Rindsschnitzel dünn klopfen, salzen und pfeffern. Jedes Schnitzel mit zwei Scheiben Kochschinken belegen. Streifen von rotem und gelbem Paprika drauflegen. Jeweils zwei Streifen Paprika fürs Püree aufheben und in kleine Würferl schneiden.



Die Rindsschnitzel längs zu Rouladen rollen. Mit Zahnstochern oder Metallspießen fixieren und bemehlen. In einem Bräter mit Butterschmalz sehr scharf anbraten und wieder herausheben. Im Bratenrückstand die Zwiebel und den Sellerie bräunen. Mit Suppe aufgießen und die Rouladen wieder in den Bräter legen. Zugedeckt mindestens eineinhalb Stunden schmoren lassen. Wieder aus dem Bräter heben. Sauerrahm zur Sauce geben und die Sauce mit dem Stabmixer pürieren. Abschmecken. Rouladen wieder einlegen und nochmals kurz aufkochen. Die Rouladen schräg in Scheiben schneiden und auf Püree servieren. Mir schmeckt diese Kombination fast noch besser als die klassische Speck-Karotten-Essiggurkerl-gelbe Rüben-Füllung vom Plachutta.

Kommentare:

  1. Endlich noch jemand, der auf die Gürkchen in den Rouladen verzichtet. Die habe ich schon als Kind gehasst und ich kenne viele Leute, die sie zwar mitschmoren ("weil man´s so macht"), aber am Ende nie mitessen.

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  2. aber hübsch machen sich die Wasabiblätter im püree. Um die Wurzel beneide ich dich. Ich habe erst einmal frisch geriebene Wasabiwurzel gegessen, das war für eine Krenliebhaberin wie mich ein Hochgenuss.kein Vergleich mit dem Tuben- und Pulverzeug, das einem so als Wasabi angeboten wird.

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  3. @ Arthurs Tochter
    die Standardfüllung mit Essiggurkerl ist auch nicht so meins, muss allerdings manchmal sein - kommt drauf an, welcher Besuch sich ansagt ;-)

    @ Eline
    heute muss der Wasabi dran glauben, ich bin jetzt richtig neugierig drauf geworden, ich hab noch nie frisch geriebene Wurzel gegegessen.

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  4. Die Wurzel muss man ganz fein, mit so einer japanischen Keramikreibe zu Brei reiben - oder mit so einer gläsernen Apfelreibe, wie es sie früher in Österreich gab.

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  5. dankeschön. ich werd dir dann erzählen, wie´s geschmeckt hat!

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