Sonntag, 14. Oktober 2012

PFANNENRÜHREN WIE DIE CHINESEN

Das Kochen mit dem Wok, wie die meisten es praktizieren (auch die Küchenschabe), hat mit dem traditionellen chinesischen Wokkochen nur wenig gemeinsam. Das ist mir zwar bewusst, dagegen kann ich aber nur wenig machen.

Denn richtiges Pfannenrühren braucht extreme Temperaturen, die auf Elektroherden nicht erreicht werden können. Und richtige Woks sind halbkugelförmig, die Hitze umschließt den gesamten Wok, und kommt nicht nur von unten, wie bei  einem herkömmlichen Herd. Menschen, die schon mal Essen aus einem richtigen Wok gekostet haben, sagen auch, dass sich der typische Geschmack solchen Essens nur bei der traditionellen Zubereitungsart entwickelt. Wie gesagt, dagegen kann ich nur wenig tun. Aber so was lässt mir natürlich keine Ruhe.

Als wir vor einigen Jahren die Anschaffung eines Holzofens für unser Mühlviertler Wochenendhaus planten, suchte ich einen Ofen aus, bei dem sich von der Eisenplatte über der Feuerstelle Ringe einzeln entfernen lassen. Und eine ziemlich halbkugelförmige Wokpfanne besitze ich auch seit einiger Zeit. Na dann!

Das Wochenende war ideal für einen solchen Kochversuch. Und da unser Haus mitten in den Schwammerlwäldern steht, machten wir vorher einen Ausflug in den herbstlichen Wald. Der ist zu dieser Jahreszeit wunderschön, das Licht ist sanft und weich, die Temperaturen sind noch angenehm.


Mein Lieblingsstein ...

Schmetterlingstrameten - schön, aber nicht essbar

Abends heizten wir dann den Holzofen an und schenkte uns ein Glas Wein ein. Das Rezept ist bewusst ganz einfach, wir wollten vor allem ausprobieren, ob der Ofen fürs Wokkochen geeignet ist. Während ich ein paar Chilis und etwas Gemüse schnippselte, Sechuanpfeffer röstete und den Reis aufsetzte, kümmerte sich der Mitkoch um die richtige Ofenhitze. Dann entfernte er die Ringe in der Mitte der Kochplatte und hängte die Wokpfanne direkt ins Feuer. Ich ließ sie richtig heiß werden, erhitze dann das Öl darin und briet das marinierte Fleisch ganz kurz an. Das war schon was anderes als die Kocherei auf einem Glaskeramikfeld. Ruck-zuck war alles angebraten und roch herrlich. 

Wokpfanne mit Schwein und Chili

450 g mageres Schweinefleisch
1 EL helle Sojasoße
2 EL Reiswein
Salz
2 TL Sesamöl
200 g frische milde Chilis (Küchenschabe: einen roten Spitzpaprika dazugeschummelt)
3 EL Erdnussöl
3 EL feingehackter Knoblauch
1 TL Chilipulver
1 TL Sichuanpfeffer, geröstet und gemörsert
3 EL Wasser
1 EL helle Sojasauce
2 TL Zucker

Das Fleisch in etwa sieben mal drei Zentimeter große, dünne Stücke schneiden und mit der Sojasauce und einem Esslöffel Reiswein, dem Salz und dem Sesamöl eine halbe Stunde marinieren. Die Chilis längs halbieren, entkernen und in Streiferl schneiden.

Den Wok erhitzen. Eineinhalb Esslöffel Erdnussöl dazugeben und das Schweinefleisch darin etwa eine Minute pfannenrühren. Dann das Fleisch möglichst ohne das Öl herausheben. Den Wok wieder erhitzen und das restliche Öl dazugeben. Dann den Chili, den Knoblauch und Sichuanpfeffer dazugeben und eine halbe Minute rühren. Das Wasser, einen Esslöffel Reiswein, die Sojasauce und den Zucker zugeben und wieder eine halbe Minute rühren. Jetzt wieder kurz das Fleisch dazugeben, gut durchrühren und sofort mit Reis servieren.

Ich kann sagen, dass das Essen sensationell schmeckte, auch wenn man den nicht unbeträchtlichen Romantikfaktor eines Abends in einem alten Bauernhaus einrechnet.

Kommentare:

  1. Ich schaue mir so oft den Trailer von
    Eat Drink Man Woman an.
    Das ist für mich braten im Wok.

    Euer Herd kommt da schon mal gut ran. :)

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    1. ein wunderbarer Film, schau ich mir immer wieder gerne an!

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  2. Schön hast Du es da. Lustigerweise haben wir heute die gleiche Richtung, aber ich lasse kochen :-).

    Woken auf der Flamme ist schon etwas ganz anderes.....

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    1. Ach ja, ihr wart ja bei Simon Xie Hong, sein Kochbuch hab ich auch - ist wirklich gut, nur die Werbung mittendrin stört mich!

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  3. Ich war auch sehr enttäuscht, als ich, damals noch ahnungslos, für teures Geld einen Edelstahlwok mit dickem Boden gekauft habe und dann drauf gekommen bin, dass das mit Woken relativ wenig zu tun hat. Ein richtiger Wok ist aus dünnem (hitzedurchlässigen) Material so wie Deiner und bekommt auch innen im Laufe der Zeit so eine Patina, die alleine schon geschmacksgebend ist. Deine Wokfeuerstelle ist genau so, wie es sich gehört. Aber sag, Küchenschabe, das da auf dem letzten Bild... das nennst Du echt ein Wochenendhäuschen? Das schaut mir mehr nach altem Mühlviertler Vierkanter aus mit mehreren Hektar Landwirtschaft?

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    1. Jetzt hab ich schnell nachgelesen, nein, nein, Häuschen sag ich ja gar nicht, es ist schon ein Haus :-). Aber kein Vierkanter, es ist nicht größer, als das, was man auf dem Foto sieht - ohne hektarweise Ackerfläche dazu, nur eine kleine Wiese!

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  4. Ich glaub, das ist bei "unserem" Hexenstein. Da waren wir gestern ;-)

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    1. Das "unser" meint hoffentlich Küchenschabe und Eline ;-))

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  5. Was habt ihr denn da für ein Traumhaus? *umfall*

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  6. warte, ich helf dir wieder auf ;-)
    Zur Frage: Ein stoablosses Bauernhaus

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    1. Verirrt ihr euch in eurem kleinen Wochenendhäuslein auch ab und zu?

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  7. Unter Wochenendhaus stellte ich mir so eine kleine Gartenlaube vor. Was ihr da habt ist ja eher ein Landsitz ;-)

    Hmm, den Wok müsste man ja eigentlich auch in einen Kugelgrill stellen können, so rein theoretisch... *grübel*

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    1. Kugelgrill hab ich keinen, würdest du vielleicht einen Versuch wagen? ...

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  8. am Holzofen koch ich am liebsten, bisschen schwer in einer Stadtwohung. dein Wok sieht köstlich aus, brauch nur mehr so eine richtige Wokpfanne.
    dein Mühlviertler Haus sieht wirklich sehr gemütlich aus. weckt Heimatgefühle.

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    1. Ich koch sehr gern am Holzofen, obwohl er schon seine Tücken hat!

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  9. Einen fantastischen Ofen hast du da ausgesucht! Und eure Hütte erst... wollte da letztens nicht wer tauschen? ;-)

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    1. Ja, ja, wollte jemand ;-) - ist alles Verhandlungssache ...

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  10. Bin hin und weg von dem "Häuschen", so schön und mühlviertlerisch - selbst renoviert?
    Das Kochen auf Feuer hat was Archaisches...

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    1. Hallo Friederike,
      der Eindruck auf dem Foto täuscht schon ein wenig. Außen hat es der Mitkoch zwar recht schön renovieren lassen, aber innen ist es noch immer eine Dauerbaustelle ...

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  11. Genialer Herd!!!! Wenn ich fragen darf, wo hast du ihn her, welche Marke? Ich liebe diese Öfen, hab mir schon unzählige angeschaut, mir fehlt "nur" noch die Küche dazu. Und ein begeistertet Mitkoch. Meinem Winzer gefällt mein Ofen-den-ich-unbedingt-einmal-haben-werde nämlich leider gar nicht.

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    1. Hallo Kärntnerin,
      das Modell heißt Sovrana und ist von La Nordica.
      Und ich trau mich zu wetten, dass der Ofen, wenn er mal da ist, dem Winzer gefällt! Sag ihm doch einfach, dass man darin den allerbesten Schweinsbraten machen kann ;-)

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    2. Super Idee, könnte funktionieren. Wieso verstehst du nur so gut, wie mein Winzer tickt? Oder sind alle Männer so????
      La Nordica ist mir noch gar nicht untergekommen und juhu, im Vergleich zu meinem bisherigen Favoriten, erschwinglich (nächster Pluspunkt für den Winzer). Danke dir!

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  12. Meine Eltern hatten Bekannte, die noch tagtäglich mit so einem Ofen ihren Riebel in einer Eisenpfanne gekocht haben. Jeden Tag ohne elektrische Alternative würde ich das nicht wollen, aber so am Wochenende würde mir das auch gefallen;) Das Haus schaut sehr schön aus. Wusste gar nicht, dass es in OÖ solche Steinhäuser gibt. Fast schon mediterran.

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    1. Was ist denn ein Riebel?
      Du hast schon recht, jeden Tag wäre mir das auch zu anstrengend. Meine Oma hat noch so gelebt, und ich fand es in meinen Ferien ganz toll. Sie hat allerdings auch das Badewasser auf diesem Ofen gewärmt, das ist dann schon mühsam ...
      Im Mühlviertel findet man noch viele dieser Häuser. Leider haben aber auch Bauern dieses wunderschöne "stoabloss" einfach überputzt und übermalt. In unserem Dorf gab es vor 20 Jahren kein einziges stoablosses Haus mehr.Der Mitkoch hat seines sozusagen rückrenovieren lassen und es ist jetzt das einzige dort, das so aussieht.

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  13. Ich musste aber auch schmunzeln... Du erzählst von deinem Wochenendhaus, so ganz beiläufig. Und dann DAS :-) Wunderschön!

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    1. wie schon oben gesagt: ich hab natürlich die Schokoladenseite des Hauses fotografiert :-)

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