Sonntag, 6. Mai 2012

¡HASTA LUEGO!



In zwei Tagen reise ich mit dem Mitkoch zu unseren spanischen Freunden nach Barcelona!
Daher heute: spanische Mandelsuppe. Das ist eine scharfe Suppe und sie geht bei meinem Rezept eine wohlschmeckende Verbindung mit heimischen Schwarzbrotwürferln ein.

Seit ich selbst Brot backe, werden auch Brotreste verwertet. Schwarzbrot wird in kleine Würferl geschnitten, getrocknet und in Gläsern aufbewahrt (Weißbrot wird zu Bröseln oder Mie de Pain verarbeitet). Die  getrockneten Ñora-Paprika, die ich immer aus Spanien beziehe, gehen zur Neige - der tausendunderste Grund, wieder mal dorthin zu reisen ...

Mandelsuppe
für 4 Personen

200 g Mandeln
2 - 3 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten
Olivenöl
2 Stück Weißbrot, ohne Rinde
2 Tomaten
2 Ñora-Paprika
1 TL Chiliflocken (oder mehr)
1/2 TL Safranfäden, in warmem Wasser eingeweicht
3/4 l heiße Rind- oder Hühnersuppe
Schlagobers
Schwarzbrotwürferln, in etwas Butter angeröstet

Die Mandeln ungefähr vier Minuten in kochendem Wasser blanchieren, kalt abschrecken. Die Haut lässt sich dann ganz leicht entfernen. Auf Küchenpapier trocknen lassen. In einer Pfanne mit Olivenöl goldbraun rösten und auf Küchenpapier entfetten. In derselben Pfanne Weißbrot und Knoblauchzehen anrösten (Eventuell noch etwas Öl dazugeben, damit nix anbrennt). Zusammen mit den Tomaten, den Mandeln, dem eingeweichten Safran und etwas von der Suppe fein pürieren. Diese Mischung in die Suppe einrühren, ein paar Minuten leicht köcheln, und mit Salz und Obers abschmecken. Mit den Schwarzbrotwürferln servieren.

Wenn ich Zeit, Lust und WLAN habe, kommen natürlich in Kürze auch ein paar Bilder aus der Messi-Stadt ...

Freitag, 4. Mai 2012

KNUSPERKUCHEN MIT DIRNDLGELEE


Bei Ulrike gelesen. Kühlschrank und Speisekammer durchsucht. Alle benötigten Zutaten gefunden. Kleine Änderungen meinerseits: Da ich mich erinnerte, dass Eline das Shortbread mit einem Drittel Reismehl macht, habe ich das bei diesem Kuchen auch probiert (er schmeckt - wie das Shortbread - wirklich am nächsten Tag fast noch besser). Und gefüllt habe ich ihn weder mit Rhabarberkompott noch mit Himbeerkonfitüre, sondern mit Dirndlgelee, weil ich davon - von der letzten Dirndlernte - noch jede Menge Gläser in der Speisekammer habe.

Der Kuchen schmeckt sehr fein, gleichzeitig ist seine Zubereitung ein tolles Oberarm-Muskeltraining: Denn mehr als 600 Gramm gefrorenen Kuchenteig mit der Vierkantreibe raffeln ist schon ziemlich anstrengend, und bei diesen Außentemperaturen  auch ziemlich schweißtreibend!

Knusperkuchen mit Dirndlgelee

170 g glattes Mehl
80 g Reismehl
1 TL Weinstein-Backpulver
1/2 TL Salz
225 g Süßrahmbutter
180 g Backzucker
1 Ei
250 g Dirndlgelee

Butter schaumig rühren. Zucker und Ei unterrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Mehl und Backpulver unterrühren. Nur so lange rühren, bis sich die Zutaten gerade verbinden. Der Teig ist sehr weich. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche daraus vorsichtig zwei Kugeln formen. In Kunststofffolie einschlagen und mindestens eine Stunde tiefkühlen, der Teig muss komplett gefroren sein.


Eine Springform mit 26 Zentimeter Durchmesser einfetten. Das Backrohr auf 190 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Teigkugel aus dem Tiefkühler holen und direkt in die Springform raffeln. Andrücken. Dirndlgelee darauf verteilen, dabei außen einen Rand von mindestens einem Zentimeter freilassen. Dei zweite Kugel holen und auf das Gelee reiben, wieder vorsichtig andrücken. Im Backrohr in ungefähr 30 Minuten goldbraun backen. Aus dem Rohr nehmen und völlig auskühlen lassen. Mit Staubzucker bestreut servieren. Der Kuchen schmeckt auch nach einigen Tagen noch sehr gut!


Mittwoch, 2. Mai 2012

SPARGEL MIT KNUSPRIGER KOKOSPOLENTA



Spargel mal anders als mit einer - zugegeben äußerst fein schmeckenden - Buttersauce serviert. Und wenn schon anders, dann gleich ganz anders. Thailändisch. Oder was ich dafür halte. Also scharf, mit etwas Kokosmilch. Dazu Lammfilet, rosa.

Und ein Polentaversuch. Denn wenn Polenta mit Milch gut ist, kann sie mit Kokosmilch zu so einem Essen nur noch besser sein! Scharfes Essen mag ich außerdem bei heißen Temperaturen besonders gern, und der Mitkoch kann gar nicht genug Spargel bekommen.
Das Essen war ein voller Erfolg. Die Polenta in der asiatischen Variante ist sehr gut angekommen, nichts ist übrig geblieben - immer ein gutes Zeichen!

Spargel thailändisch mit Lammfilet und knuspriger Kokospolenta
für 2 Personen

Spargel, thailändisch

500 g grüner Spargel
4 EL Erdnussöl
2 Stengel Zitronengras
2 Knoblauchzehen
1/2 roter Habanero
1 gelber, milder Chili
50 ml Kokosmilch
2 EL Wasser
2 EL Fischsauce
eventuell Salz zum Abschmecken

Den Spargel schälen und in drei Zentimeter große Stückchen schneiden. Wenn die Spargelstangen sehr dick sind, eventuell die unteren Teile der Länge nach halbieren. Vom Zitronengras die äußeren Blätter entfernen und die unteren fünf Zentimeter fein hacken, ebenso den Knoblauch und den Chili. Erdnussöl im Wok erhitzen. Knoblauch und Zitronengras darin anbraten, bis sie duften. Spargel, Chili, Kokosmilch, Wasser und Fischsauce zugeben und bei mittlerer Hitze dünsten, bis der Spargel durch ist, aber noch Biss hat.



Lamm

2 Lammfilets
Salz
Pfeffer

Backrohr auf 80 Grad vorheizen. Die Lammfilets salzen und pfeffern. Auf jeder Seite zwei Minuten scharf anbraten.  Ins Backrohr geben bis eine Kerntemperatur von 65 Grad erreicht ist (dafür gibt es diese praktischen Kerntemperaturmessgeräte eines schwedischen Möbelhauses).

Knusprige Kokospolenta

100 g weiße Polenta
100 ml Milch
100 ml Kokosmilch
400 ml Suppe
Weißbrotbrösel
1 versprudeltes Ei, gesalzen
Butterschmalz

Milch, Kokosmilch und Suppe aufkochen. Polenta einrühren. Ungefähr 30 Minuten köcheln, mit Salz abschmecken. Ein Backblech einölen und die Polenta ungefähr einen Zentimeter dick aufstreichen. Diese Menge reicht ungefähr für ein halbes Backblech. Zugedeckt im Kühlschrank einen halben Tag rasten lassen. Aus dem Kühlschrank nehmen und in Rechtecke oder Dreiecke schneiden. Durchs versprudelte Ei ziehen, dann mit den Weißbrotbröseln panieren. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Die Polentastücke auf beiden Seiten goldbraun backen. Falls dann das Lammfilet noch nicht die erwünschte Kerntemperatur erreicht hat, die panierten Stücke ebenfalls ins Backrohr geben und warmhalten.
Und weil das ohnehin schon ein richtiges Fusion-Essen war, gab es dazu ein Glas spanische Cava.


Montag, 30. April 2012

ST. GEORGS-TAG

St. George´s Day: 23. April. In England traditionellerweise der Beginn der Pilzsaison. Wir in Österreich hinken da ein bisschen nach. Gestern habe ich die ersten Pilze gepflückt. Im Garten! Nein, keine Morcheln die auf Rindenmulch wachsen und nach gar nix schmecken. Sondern Mairitterlinge, auch St. Georgsritterlinge genannt. Carluccio bezeichnet sie als ausgesprochen wohlschmeckend.



Vor einigen Jahren habe ich im Frühling diese Pilze unter dicht wachsendem Immergrün entdeckt. Der Mitkoch sprach: "Mairitterling" (mit einer ganz kleinen Option auf den giftigen Riesen-Rötling). Ich war skeptisch, hatte aber dann doch genug Vertrauen in meinen Pilzspezialisten, um sie zu probieren. Da wir die Mahlzeit damals unbeschadet überstanden haben, sind wir sicher, dass es Mairitterling ist.

Rund um den Pilz gruppieren sich Rehleber (schwer zu bekommen, ein Segen, wenn der Freund Tierarzt und Jäger ist), ein schnelles Rosmarin-Olivenöl-Brot und Aroniagelee. Das Rehleber-Rezept stammt von den Gebrüdern Obauer (Die verwenden allerdings Kalbsleber. Da Rehleber einen sehr intensiven Lebergeschmack hat, würde ich all jenen, die das nicht so schätzen, auch eher Kalbsleber empfehlen). Zum Brot hat mich ein Rezept aus einer Tageszeitung inspiriert.

Rehleber, gebratene Mairitterlinge, Rosmarin-Olivenöl-Brot, Aroniagelee

1 Stück Rehleber (enthäutet und zugeputzt)
Erdnussöl
grobes Meersalz

Die Rehleber rundherum gleichmäßig mit Meersalz einreiben und im Kühlschrank über Nacht rasten lassen. Das Salz gart die Leber sozusagen. Am nächsten Tag das Salz gründlich abwaschen und die Leber in viel kaltem Wasser noch 20 Minuten liegen lassen. Trockentupfen. In einen eng passenden Topf  geben und mit Erdnussöl bedecken. Zehn Minuten leicht köcheln lassen, bis sie sich auf Fingerdruck fest anfühlt. Im Öl erkalten lassen (Gekühlt könnte die Leber so mindestens eine Woche aufbewahrt werden). Die auf Zimmertemperatur abgekühlte Leber aus dem Öl heben und in dünne Scheiben schneiden.



gebratene Mairitterlinge

eine Handvoll frische Pilze
Butter
Meersalz (Küchenschabe: Maldon)

Die Pilze putzen und halbieren oder vierteln. Butter in einer Pfanne zerlassen und die Pilze bei mittlerer Hitze bräunen. Erst am Teller mit Meersalz bestreuen.

Rosmarin-Olivenöl-Brot

800 g Weizenmehl, Typ 00
475 ml lauwarmes Wasser
6 EL Olivenöl
1 EL Salz
1 TL Zucker
1 Pkg. frischer Germ

50 ml Olivenöl
1 Handvoll Bio-Rosmarin*
1 TL Salz



Germ ins lauwarme Wasser bröseln,  Zucker, Salz und sechs Esslöffel Olivenöl unterrühren. Gut verrühren. Mit dem Mehl schnell zu einem Teig verkneten. Nicht rasten lassen! Eine Auflaufform einfetten. Den Teig ungefähr einen Zentimeter dick und so breit wie die Auflaufform ausrollen. Olivenöl, Salz und Rosmarin in einem Schüsserl verrühren. Teig damit gleichmäßig bestreichen. In Rechtecke schneiden, die in etwa so hoch wie die Form sind und senkrecht in die Form schichten. Im vorgeheizten Backrohr bei 190 Grad - mit Alufolie zugedeckt - ungefähr 70 Minuten backen. Die letzten 20 Minuten die Folie entfernen. Noch im heißen Zustand stürzen, wieder umdrehen und auskühlen lassen. Brotscheiben bei Tisch einfach runterzupfen.

*Der verwendete Rosmarin ist ein wild gewachsener, also mit Sicherheit bio. Er kommt aus einer wunderschönen Mittelmeer-Gegend, wurde vom Mitkoch und von der Küchenschabe in der Abenddämmerung bei einem Spaziergang gesammelt, gewaschen, auf der Terrasse des Hotelzimmers getrocknet, und frisch abgerebelt nach Hause verfrachtet: