Montag, 8. August 2016

EINFACHER LUXUS AM TAG DER TOMATE


Heute ist der Tag der Tomate. Das sagen zumindest die Tageszeitungen. Ein guter Grund, die ersten Tomaten aus dem Garten zu holen und als einfachen Salat mit Basilikum, Asperum und Olivenöl (Olio celo aus dem Triestiner Hinterland) zum Hähnchen auf dem Grill zu servieren.


Die Vorspeise dazu bestand einfach nur aus dem allerschönsten Sommersteinpilz, den ich gestern erbeutet habe. Gestern war nämlich ein wunderschöner Morgen zum Schwammerlsuchen. Die Sonne schien noch ganz schräg durch den Wald, alles dampfte nach dem ausgiebigen Regen vom Vortag. Wir haben uns sehr früh auf die Socken gemacht und sind ein enorm steiles Waldstück hinaufgeklettert.

Auf halbem Weg sind die folgenden Fotos dieser wunderschönen Buche entstanden. Ich kann da ganz wunderlich werden, wenn ich so schöne Mischwälder sehe. Das ist nämlich auch beileibe in der Mühlviertler Abgeschiedenheit nicht mehr selbstverständlich. Sehr oft besteht der Wald aus fast reiner Fichtenmonokultur, die Bäume stehen in Reih und Glied, in Linien wie mit dem Lineal gezogen. Ein Wald, der ganz eindeutig nur dem einen Zweck dient, möglichst bald gewinnbringend wieder abgeholzt zu werden. Den Pilzen ist das gottseidank wurscht, aber es ist schlimm anzusehen - in solch einem Wald mag man nicht spazierengehen!







































Zurück zum Steinpilz: Also, dieser allerschönste Steinpilz wurde roh gehobelt, darüber etwas Zitronensaft, Petersilie, Salz und Pfeffer, ein bisschen Parmesan, Olivenöl. Kein aufwändiges Kochen, aber unwahrscheinlich gut im Geschmack!



Mittwoch, 3. August 2016

HERRLICH CREMIG

So gegen Ende des Sommers habe ich meist schon so viel Insalata Caprese gegessen, dass es fürs restliche Jahr reicht. Meistens esse ich ihn zuhause, denn in vielen Lokalen schmeckt der Mozzarella nach gar nix, genauso die Tomaten. Oft drängt sich der Verdacht auf, dass da allerbilligster Supermarkt-Mozzarella und kein Büffelmozzarella verwendet wurde, obwohl der Preis des Salates anderes rechtfertigen würde.
Aber, wie gesagt, ich hab jetzt einige Wochen Caprese hinter mir, und so begann ich zu grübeln, wie ich diese von mir so geschätzte Geschmackskombination von Käse, Tomaten und Basilikum  anders zubereiten könnte.

Als Ergebnis meiner Grübelei warf ich zwei Kugeln Burrata (wenn schon, denn schon - aber Büffelmozzarella geht sicherlich genauso gut) in den Standmixer. Dazu ein bisschen Milch (damit sich der Mixer weniger plagen muss) Salz, etwas Pfeffer: Das Ergebnis war herrlich cremig und von ziemlich feinem Geschmack.

Die Tomaten wurden ein bisschen maghrebinisch angehaucht serviert: Mit Kreuzkümmel, Zimt, Chili, Tomatensaft und Honig verwandelte ich sie in ein Kompott, das lauwarm zur kühlen Burratacreme genau meinen Geschmack traf. Ein Streifen italienischer Rohschinken dazu, etwas Basilikum, gemeinsam mit einem Faden Olivenöl in die Creme, und voilá, fertig war meine neue Burrata-Kreation. Dauert natürlich etwas länger, als nur Tomaten und Käse zu schneiden, aber es ist eine schöne Abwechslung und eine feine sommerliche Vorspeise.

Burratacreme mit Chili-Honig-Tomaten und Rohschinken
für 2 Personen

2 Kugeln Burrata (oder Büffelmozzarella)
ein Schuss Milch
Salz, Pfeffer

einige Scheiben Rohschinken

3 EL Olivenöl
1 kleine, rote Zwiebel, fein gewürfelt
100 ml Tomatensaft
1/2 TL Chilipulver oder frischer Chili, fein gehackt
1/2 TL Kreuzkümmelsamen, grob gemörsert
1 Messerspitze Kurkuma
1 Prise Zimt
50 ml weißer Port
400 g Tomaten, geschält, entkernt, gewürfelt (das sind etwa 1 kg rohe Tomaten)
1 TL brauner Zucker
Salz und Pfeffer
ein Spritzer Zitronensaft

Olivenöl erhitzen, Zwiebelwürfel darin weich dünsten. Kreuzkümmel, Kurkuma, Chili und Zimt zugeben und kurz mitdünsten. Portwein beifügen und auf die Hälfte einkochen. Tomatenwürfel und Tomatensaft hinzufügen, mit dem Zucker bestreuen, mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Honig abschmecken und etwa zehn Minuten reduzierend einkochen. Nochmals abschmecken, abkühlen lassen.

Burrata in grobe Würfel schneiden und mit etwas Milch im Standmixer mixen bis eine völlig gleichmäßige Creme entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, etwas ziehen lassen.

Die Rohschinkenscheiben im vorgeheizten Backrohr auf Backpapier bei 150 Grad etwa 15 - 20 Minuten unter Aufsicht rösten. Kurz auf Küchenpapier entfetten.
Die Burratacreme in Schüsserl füllen, mit Pfeffer bestreuen, mit etwas Basilikum dekorieren. Zusammen mit der Rohschinkenscheibe und den Chili-Honig-Tomaten servieren.

Schnell nachkochen - wer weiß, wie viele schöne, warme Sommerabende zum Genießen heuer noch kommen!

Sonntag, 31. Juli 2016

ZUM FÜNFTEN ...

Ich weiß, es war ein bisschen ruhig hier in letzter Zeit. Aber das wird sich wieder ändern. Manchmal verschieben sich die Prioriäten: Diesmal hatten wir ziemlich viel Arbeit im Mühlviertler Haus, aber das ist nun erledigt und es wird wieder mehr gekocht ... in einigen Tagen. Bis dahin ein paar Gartenfotos, wie fast immer, wenn ein Küchenschaben-Geburtstag ansteht - diesmal der Fünfte.



Neuzugang im Garten: ein Exemplar unserer zweiköpfigen Blauschafherde.

Montag, 11. Juli 2016

MAN NEHME …



... ein Huhn, frische Gewürze, eine warmen Sommerabend und einen Mitkoch, der das Backrohr überwacht, während ich mit meinem neuen Fahrrad eine abendliche Radtour den Fluss entlang in den Nachbarort mache.

Also, mehr oder weniger: Vor der Ausfahrt habe ich die Fülle für das Huhn vorbereitet, die Zutaten für einen erfrischenden Salat geschnipselt, das gefüllte Huhn ins Backrohr geschoben und den Mitkoch gebeten, das Tier alle 15 Minuten mit Flüssigkeit zu bepinseln.

Es gibt nämlich wenig, das wir lieber mögen als knuspriges Hühnchen. Diesmal habe ich es zur Abwechslung mal mit Reis, Kokosflocken (optimal ist frisch von der Kokosnuss, getrocknete gehen natürlich genauso) Zitronengras, Ingwer, Koriander, Chili, Knoblauch und Kaffirlimettenblätter gefüllt. Und dazu einen Salat aus Ananas, Avocado, Gurke, Frühlingszwiebeln und Marillen - was sich eben noch so alles zu Hause finden ließ.

Es war ein erfrischend fruchtig-scharfes Sommeressen draußen auf der Terrasse, während rundherum schon wieder das Piepsen der Mähdrescher zu hören war, die bis in die Nacht hinein die Witterung ausnützten, um das Getreide ins Trockene zu bringen ...


Gefülltes Huhn asiatisch, mit Ananas-Avocado-Marillen-Salat

1 Biohendl
60 g Jasmin-Reis
1 Stück Zitronengras, nur das Weiße,  grob gehackt
2 Kaffirlimettenblätter (eigene Ernte), in Streiferl geschnitten
60 g Kokosflocken, geröstet
1/2 Bund Koriander, grob gehackt
4 cm Ingwer, geschält, grob gehackt
1/2 Habanero-Chili, gehackt
3 Knoblauchzehen, geschält, grob gehackt
1 EL Fischsauce
Salz

250 ml Wasser
30 ml Fischsauce
25 g brauner Zucker
30 ml Limettensaft 

Ananas-Avocado-Marillen-Salat:
1/2 Ananas, geschält, in kleine Würferl geschnitten
5 Marillen, in kleine Würferl geschnitten
1 Avocado, geschält, in kleine Würferl geschnitten
3 Frühlingszwiebeln, das Weiße fein gehackt, das Grüne in Ringerl geschnitten
1 kleine Feldgurke, geschält, entkernt, in kleine Würferl geschnitten

1 EL Chilimarmelade (selbstgemacht), ersatzweise süße Chilisauce
Saft einer Limette
1 EL Sesamöl
Zucker zum Abschmecken

Den Reis kochen, bis er nicht mehr hart, aber noch bissfest ist, etwa zehn Minuten.  Kaffirlimettenblätter, Knoblauch, Ingwer, Koriander, Chili und Zitronengras mit dem Stabmixer grob pürieren. Geröstete Kokosflocken, Reis und Fischsauce zufügen und gut durchmischen. Mit Salz abschmecken. Wasser, Fischsauce, Zucker und Limettensaft verrühren. Zwei Drittel davon in einen Bräter geben. Das Backrohr auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Das Huhn waschen und trockentupfen. Mit der Reis-Kokosflocken-Ingwer-Mischung füllen, mit einem Spießerl verschließen und mit der Brust nach unten in den Bräter legen (nach der Hälfte der Bratzeit umdrehen). Alle 15 Minuten mit der verbliebenen Flüssigkeit bepinseln. Mindestens eineinhalb Stunden braten.

Alle Zutaten für den Salat mischen. Die Marinade aus Chilimarmelade, Limettensaft, Sesamöl und Zucker verrühren und zugedeckt zur Seite stellen. Nach Ende der Bratzeit das Huhn aus dem Backrohr holen. Die Marinade über den Salat leeren, durchmischen und noch etwas ziehen lassen. Solange darf auch das Huhn rasten, etwa zehn Minuten.
Das Huhn zerteilen, die Füllung und den fruchtig-scharfen Salat daneben platzieren und zusammen mit dem Bratensafterl,  einem Glas Weißwein (Sauvignon 2014 von Tiare) und dem Mitkoch genießen.