Samstag, 29. September 2012

... ZURÜCK VON DER INSEL

Am Vormittag noch im Meer herumgeplantscht, am Abend im heimischen Garten voll herbstlich bunter Blätter. Wir sitzen vor unseren kulinarischen Urlaubsmitbringseln. Da sind unter anderem eingelegte Kapernblätter, winzigkleine Linsen, Käse und Honig.

Auf Mykonos gibt es neben unzähligen Souvenir- und Textilgeschäften auch ein paar kleine, sehr schöne Galerien, Läden mit interessantem Kunsthandwerk und einige wirklich ausgezeichnete Restaurants. Wir haben gut, manchmal hervorragend gegessen und wunderschön gewohnt (Adressen ganz unten). Die Menschen waren freundlich und herzlich. Ich habe dutzende Katzen gestreichelt und Pelikane ganz aus der Nähe bestaunt. Wir haben einen Lieblingsstrand (mit Lieblingstaverne) gefunden und sind stundenlang herumgeschnorchelt. Bevor ich mich wieder in den Alltag stürze, möchte ich noch ein paar Urlaubsbilder los werden:

Die Kraken sind echt und hängen dort zum Trocknen, der Wein wird nicht wirklich kiloweise serviert.
Pelikan Petros, das Maskottchen der Insel, mischt sich abends gerne unter die Touristen ...
Einige empfehlenswerte Adressen auf der Insel:
Hotel Theoxenia
Restaurant m-eating
Taverne Kazarma
Restaurant Alegro 

Kikis Taverne am Strand von Agios Sostis ist eine unbedingte Empfehlung. Die Salate sind stets ganz frisch und von herausragender Qualität. Dem Grillmeister kann man über die Schulter blicken, er serviert Fisch, Oktopus und äußerst saftige, dicke Schweinskoteletts. Eine besondere Empfehlung ist der Schokokuchen! Der ausgezeichnete Ruf der Taverne führt allerdings auch in der Nebensaison dazu, dass man bisweilen etwas warten muss, bis man einen Platz unter der schattigen Laube bekommt.

Zum Schluss die Kunst: Bei Lazaros P. Iordanidis in der Delos Street 17 gibt es wunderschöne Schiffe aus Metall (von Pougaridis Panagiotis aus Thessaloniki). Ich konnte nicht widerstehen - ein Exemplar davon schmückt nun unsere Wohnung ...

Montag, 24. September 2012

AUF DER INSEL ...

Wir machen Urlaub in Griechenland. Die schreibfaule Küchenschabe schickt heute nur ein paar Impressionen von einer griechischen Insel ...

Mittwoch, 19. September 2012

IN LETZTER SEKUNDE

Ziemlich unaufmerksam. Aber eben einfach viel zu viel um die Ohren. Nur so konnte es passieren, dass ich meine tollen Isabella-Erdbeertrauben zu wenig beachtet habe. Zumindest viel weniger, als das die Amseln getan haben.
Naja, die Trauben sind reif und die Amseln haben sich schon kräftig bedient. Die sind wahrscheinlich vom feinen Erdbeergeschmack genauso begeistert wie wir. Traubengelee ist heuer also nicht, dafür sind es jetzt schon zu wenige. Aber Pizzabrot mit Trauben, Käse, Walnüssen und Schinken, das geht sich noch aus!

Die Hauptarbeit bei diesem Essen ist das Entkernen der Weintrauben. Es kann natürlich jeder kernlose Weintrauben nehmen. Meine haben aber nun mal Kerne, viele große Kerne. Dafür ist ihr Geschmack unübertroffen, während kernlose oft mal nur süß sind und fast keinen Eigengeschmack haben. Also: Entweder gemütlich irgendwohin setzen und diese Arbeit als kontemplativ begreifen, oder nebenbei fernsehen (dabei übersieht man allerdings ab und zu einen Kern).

Pizzabrot mit Weintrauben, Käse, Rosmarin und Nüssen

500 g Weizenmehl, Typ 00
300 ml warmes Wasser
10 g Germ
2 EL Olivenöl
Salz

500 g blaue Weintrauben, halbiert, entkernt
50 g Walnüsse, grob gehackt
200 g Dolcelatte, in dünne Scheiben geschnitten
2 Zweige Rosmarin, abgezupft und gehackt
100 g Rohschinken, zerzupft
Olivenöl
Salz, Pfeffer


Germ im warmen Wasser auflösen. Mehl, Wasser, Olivenöl und Salz in der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig verkneten. In einer geölten Schüssel eineinhalb Stunden rasten lassen, zur Halbzeit einmal kurz durchkneten. Rechtzeitig das Backrohr mit Backstein auf 250 Grad vorheizen. Den Teig dritteln. Ein Drittel hebe ich im Kühlschrank als Ansatz für den nächsten Teig auf. Daraus wird dann Pizza oder Fladenbrot.

Die anderen beiden Stücke rolle ich zu länglichen Fladen aus. Die Fladen rasten zugedeckt noch eine halbe Stunde. Mit der Backschaufel hebe ich sie auf den Backstein im vorgeheizten Ofen und backe sie für ungefähr sieben Minuten. Dann erst belege ich die Fladen zuerst mit Dolcelatte, darüber kommen dicht an dicht die Weintrauben, die Nüsse, Rosmarin, Salz und Pfeffer. Bei 230 Grad backe ich die Fladen noch zehn Minuten. Vor dem Servieren belege ich sie mit zerzupftem Rohschinken und beträufle sie mit etwas Olivenöl.

Das ist ein Geschmack: saftig und fruchtig, salzig, nussig - dazwischen ein Hauch von Rosmarin, ganz toll, ein richtiges Herbstgericht! Fast bin ich froh, dass die Amseln den Traubenbestand so dezimiert haben - sonst hätte ich wieder alle zu Gelee verarbeitet. Der Mitkoch serviert dazu einen Schioppettino von Venchiarezza aus Cividale.

Wir reisen in den Süden. Wenn es dort Internet gibt, kommen nächste Woche ein paar Bilder ...

Montag, 17. September 2012

NOCKERL EINST UND JETZT



Früher waren mir Nockerl zuwider. Wenn meine Mutter Eiernockerl und grünen Salat auf den Tisch stellte, freute sich mein Bruder, ich war immer knapp vor der Essensverweigerung. Ich aß dann davon, allerdings "wia a Vogerl" und mit Todesverachtung - sie schmeckten mir einfach nicht.

Eiernockerl mag ich noch immer nicht, und da ich jetzt selbst bestimme, was gekocht wird, gibt's auch keine mehr! Nockerl mit würzigem Käse, in diesem Fall Vorarlberger Bergkäse, die mag ich schon (gab's aber damals nie). Da brauche ich kein Fleisch, nur einen Salat und ein Glas kräftigen Weißwein. Natürlich gehört das nicht unbedingt in die Kategorie "leichte Küche", aber wer will denn schon jeden Tag nur Salatblätter knabbern ... Man braucht ja schließlich Reserven für den nahenden Winter!

Nockerlgratin
Für 3 Personen (oder 2 sehr hungrige)

300 g Weizenmehl glatt, Typ 480
2 Eier
Milch nach Bedarf
Salz
Pfeffer
eine Prise geriebene Muskatnuss

100 g Butter
50 g Mehl
600 ml Milch
Salz, Pfeffer
eine Prise geriebene Muskatnuss
150 g Vorarlberger Bergkäse oder ein anderer, sehr würziger Hartkäse
30 g fein geriebener Parmesan
Butter
Pfeffer

Gut, dass es noch kein Geruchsinternet gibt - er schmeckt super, riecht aber sehr intensiv ...

Eier, Mehl, Milch, Salz, Pfeffer und Muskat zu einem glatten Teig schlagen. Salzwasser aufkochen, Teig mit dem Spätzlehobel ins Wasser drücken. Einige Minuten leise kochen lassen. Die Nockerl sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen. Abseihen.

Backrohr auf 210 Grad vorheizen. Bergkäse in grobe Späne hobeln. Butter in einer Kasserolle zerlaufen lassen. Das Mehl hineinsieben, verrühren, danach unter ständigem Rühren einen halben Liter Milch zugeben. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss würzen. Die Bechamel-Masse kurz aufkochen lassen, bis sie dicker wird. Etwa drei Viertel des Bergkäses und die restliche Milch unterrühren, bis der Käse geschmolzen ist.

Eine Gratinform mit Butter ausfetten und den Boden mit Nockerl auslegen. Darauf abwechselnd Schichten von Bechamelsauce und Nockerl geben, wobei die oberste Schicht aus Sauce bestehen soll. Alles mit dem restlichen Bergkäse und dem Parmesan bestreuen. Im vorgeheizten Ofen ungefähr 25 bis 30 Minuten goldbraun überbacken. Mit grünem Salat und kräftigem Weißwein servieren.